Kreis Südliche Weinstraße Jeder kann Thesen anschlagen

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Nicht allein Martin Luther soll es vorbehalten bleiben, Thesen zum kirchlichen Glauben an eine große Kirchentür zu nageln. „Wir schicken eine Thesentür durch unser Dekanat und wollen wissen, wo die Menschen der Schuh drückt“, verkündete Dekan Dietmar Zoller der protestantischen Synode Bad Bergzabern, in deren jüngster Sitzung er die Vorhaben innerhalb des Kirchenbezirks zum Reformationsjubiläum 2017 darlegte.

Danach wird im ganzen Jahreslauf bis zum Reformationstag 2017 mit dem Abschluss in der Church Night vom 31. Oktober das symbolische Abbild einer Kirchentür im Kirchenbezirk unterwegs sein, an die jeder eigene Thesen anschlagen kann. Diese Thesen werden gesammelt, ausgewertet und eine aus ihren Inhalten bestehende Botschaft an die Evangelische Landeskirche in Speyer gesandt. Nach Zoller soll daraus erkannt werden, was nach Ansicht der Menschen an der Kirche nicht mehr zeitgemäß erscheint und „über Bord geworfen“ werden könnte, welche Handlungsfelder überdacht oder ganz neu in den Blick genommen werden müssten oder wie sich Kirche in Zukunft darstellen sollte. „Nehmen Sie den Hammer in die Hand und nageln Sie Ihre Thesen an unsere fahrende Tür, damit sich hoffentlich auch etwas bewegt“, werden die Gläubigen im reichhaltig und gefällig ausgestatteten Programm zum „Nachhall“ der Reformation im Kirchenbezirk Bad Bergzabern aufgefordert, das der Dekan den Synodalen auf den Tisch legen ließ. Vom Ausgangs- bis zum Endpunkt jeweils in Bad Bergzabern wird die Thesentür an 15 Standorten Halt machen, um Gläubigen Gelegenheit zur Aussage geben, was für eine Kirche sie sich im 21. Jahrhundert wünschen. Im zweiten Hauptthema ihrer von der Vorsitzenden Ursula Faller-Greiner geleiteten Sitzung befasste sich die Synode mit der „Kirche im ländlichen Raum“. Pfarrer Henning Lang gab dazu Eindrücke aus Arbeitskreisen und Tagungen der Evangelischen Kirche Deutschlands wieder. Wenn wenige Pfarrer viele Gemeinden zu betreuen hätten, sollten sie dies in „gabenorientierter“ Unterteilung tun. Lang befürwortete es, mit Reformen schon heute für morgen zu beginnen, diese mutig anzugehen, aber auch so, dass danach Ruhe einkehre. „Macht, was Ihr könnt gut und mit Begeisterung“, forderte er die Gemeinden auf. Es gelte, Zeit, Geld, Kraft und Kreativität aufzuwenden, Widerstände zu überwinden, aber auch Glaubwürdigkeit zu wahren und teilweise sogar zu Utopisten zu werden, um Kirche in der Fläche zu betreiben. Der Leiter des Verwaltungsamts, Helmut Rebenack, legte der Synode die Jahresrechnung 2015 im Umfang von rund 384.424 Euro in Einnahmen und Ausgaben zur Feststellung vor, ebenso den Haushaltsplan für 2017 und 2018 zur Beschlussfassung. Beides billigte die Synode einstimmig. Für 2017 sind Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 411.050 Euro vorgesehen, für 2018 von 402.680 Euro. Bei einer Stimmenthaltung erklärte sich die Synode mit „marginalen, aber praktischen Änderungen“ (Zoller) der Geschäftsordnung der Bezirkssynoden einverstanden; beispielsweise wird freigestellt, ob am Beginn oder Ende ihrer Sitzungen eine Andacht oder ein Gebet stehen soll. Als Delegierte für das Kuratorium der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft wurde Christa Bantz-Hünerfauth, Heuchelheim, gewählt. Zu Beginn gedachte die Synode ihres vor kurzem verstorbenen Mitglieds Fritz Bolz, der jahrzehntelang Presbyter in seiner Heimatgemeinde Kapellen-Drusweiler war, der Synode, dem Bezirkkirchenrat und dem Landesposaunendienst angehörte, die alljährliche „Eichenhof-Serenade“ organisierte und den Dekan Zoller als „Brückenbauer“ zwischen den landeskirchlichen Gemeinschaften und der Landeskirche würdigte. Sein Hinscheiden habe eine schmerzliche Lücke gerissen. Zoller bekundete Bolz tiefe Dankbarkeit für sein glaubenstreues Wirken in der Kirche. |hd

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