Kreis Südliche Weinstraße Jäger kritisieren Grüne in der Landesregierung

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Mit Jagdhornklängen eröffnete die Bläsergruppe die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe SÜW des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz im Haus des Gastes in Bad Bergzabern. Die Jäger zogen eine durchweg positive Bilanz des vergangenen Jagdjahres und der zahlreichen Aktivitäten. Kritik gab es an den Grünen in der Landesregierung.

Dabei wurde verdeutlicht, dass Jagd mehr sei, als die landläufige Diskussion über Wildschäden, Abschusszahlen, Wild- und Waldprobleme. „Jagd ist ein altes Kulturgut in unmittelbarem Zusammenhang mit der Natur“, betonte Kreisgruppen-Vorsitzender Klaus Walter (Niederhorbach). Walter sparte in seiner Bilanz nicht mit kritischen Bemerkungen. Das Problem in den Landesregierungen sei, so Walter, dass die Zuständigkeiten der Jagd politisch bei den Grünen angesiedelt seien und dem Koalitionspartner die Sache nicht so wichtig sei, um entsprechende Diskussionen zu führen. Man lasse beim Thema Jagd die Grünen ihre grüne Ideologie ausleben und scheue jeglichen Konflikt, sagte Walter, der hinzufügte: „Wenn wir nicht verstehen, die Öffentlichkeit auf unsere Interessen aufmerksam zu machen, werden wir auf der ganzen Linie verlieren.“ Kreisbeigeordneter Helmut Geißer (FWG) kündigte in seinem Grußwort an, dass Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) die Finanzierung der Wildreflektoren an von Wildwechsel gefährdeten Straßen durch die Sparkasse möglich machen wolle. Walter berichtete, dass Deutschlands Jäger keine Nachwuchssorgen hätten. 2014 habe die Jägerschaft den Rekordstand von 370.000 aktiven Jägern erreicht. Erfreulich sei die Entwicklung bei den derzeit rund 670 SÜW-Jägern. Besonders junge Leute entdeckten die Natur und das traditionelle Handwerk. Die positive Bilanz der Kreisgruppe bestätigten auch die Berichte der Obleute wie Jungjägerausbildung, Bläsergruppe oder beispielsweise für das Schießwesen bei ihren Berichten. Dieter Mahr (Bad Bergzabern), Vizepräsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, referierte über die wesentlichen Neuregelungen des Jagdrechtes in Rheinland-Pfalz und erörterte aktuelle rechtliche Probleme. Er machte dabei deutlich, in welchem Spannungsfeld sich die Jäger befinden. Thema war dabei „Wölfe auch in Rheinland-Pfalz“. Dieses Thema werde in den letzten Monaten derart aufgebauscht und übertrieben, dass jedem vernünftig denkenden Menschen die Haare zu Berge stehen müssten. „Die Jägerschaft ist in der Fläche präsent und bereit“, so Mahr, „die weitere Entwicklung durch ihren Beitrag zum Wolfmonitoring zu begleiten.“ Selbstverständlich stehe nicht der Wolf im isolierten Fokus der Betrachtung, sondern das Wild. Angesprochen wurde von Mahr der Novellierungsprozess des Bundesjagdgesetzes. Nicht unerwähnt ließ er das angeblich datenschutzrechtliche Aufhängen von Wildkameras in der Nähe von Kirrungen. Karl-Heinz Kirsch vom Veterinäramt bei der Kreisverwaltung befasste sich ausführlich mit den verschiedenen Hygienenormen, die ein Jäger bei der Gewinnung und Verarbeitung von Wildfleisch für die menschliche Ernährung beachten muss. So müssen Jäger, die das Wildbret nicht ausschließlich für den eigenen häuslichen Gebrauch verwenden sowie nicht nur kleine Mengen von aufgebrochenem Wild in der Decke an Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgeben, bei der Veterinärabteilung als Lebensmittelunternehmer registrieren lassen. Kreisjagdmeister Jörg Sigmund sprach von einem ereignisreichen Jagdjahr „ohne besondere klimatische Vorkommnisse“. Die Streckenentwicklung sei bei allen Wildarten rückläufig. Dies treffe auch auf das Schwarzwild zu, bei dem sich der Bestand durch konsequente Bejagung in den letzten Jahren deutlich verringert habe. Besonders erfolgreich seien die revierübergreifenden Jagden gewesen. Im Hinblick auf Verkehrsunfälle appellierte Sigmund an Pächter von Feldrevieren, das Schwarzwild ganzjährig noch stärker zu bejagen. Das Hauptaugenmerk sollte wieder der Frischlings-Bejagung gelten. In den Wäldern im Kreis und der Stadt Landau wurden laut Sigmund 138 Stück Rotwild als erlegt gemeldet. Die aktuelle Rehwildstrecke beträgt 1697 Stück. Beim Niederwild seien die Streckenergebnissen rückläufig. Sigmund hatte zwei weitere Nachrichten zu verkünden: Im vergangenen Jagdjahr gab es keine Verstöße gegen die Kirr- und Fütterungsverordnung sowie keinen Antrag auf Befriedung eines Grundstückes aus Gewissensgründen. (som)

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