Kreis Südliche Weinstraße Investor für Renaissancehaus gesucht

Was wird aus dem Renaissancehaus in der Markstraße 5? Die Ortsgemeinde Maikammer als Besitzerin hat für das markante Gebäude in der Ortsmitte ein Bieterverfahren ausgeschrieben. Das heißt, es werden private Investoren und Projektentwickler gesucht, die bereit sind, das Haus mit Leben zu erfüllen.
Bis zum 15. Oktober läuft das Verfahren, informiert Ortsbürgermeister Karl Schäfer. In der Ausschreibung heißt es, dass „geeignete Angebote von qualifizierten und liquiden Personen/Investoren für den Erwerb und die anschließende Komplettsanierung des gesamten Anwesens unter Beachtung denkmalpflegerischer Vorgaben“ gesucht werden. Das Erdgeschoss soll nach Vorstellung der Gemeinde für „publikumswirksame Nutzung “ entwickelt werden. Die Gemeinde hat das Haus 2010 gekauft, um es zu sichern. Damals stand eine Zwangsversteigerung an, die Gemeinde hat es von der Gläubigerbank für eine Summe unterhalb des Schätzwertes übernommen. Die Gemeinde hat sich damit das Recht gesichert zu entscheiden, was damit passiert. Aber andererseits hat sie nicht das Geld, um es mit öffentlichen Mitteln zu sanieren und für eine neue Nutzung herzurichten. Bei dem erheblichen Sanierungsbedarf ist sie auf einen privaten Investor angewiesen. Vor dem Kauf hatte das Haus längere Zeit leergestanden oder war nur sporadisch genutzt worden. Frühere Pläne, dort eine Vinothek einzurichten, haben sich erledigt. Die Vinothek ist inzwischen im Haus Rassiga untergebracht. Das Grundstück mit den Renaissancegebäude steht zum Teil unter Denkmalschutz, sagt Schäfer. Aus Sicht der Gemeinde käme dort eine Mischnutzung infrage. Wohnungen, vielleicht ein Bistro, Kunsthandwerk oder der Verkauf regionaler Produkte. Eine Überlegung ist auch, ob dort das Tourismusbüro des Vereins SÜW Maikammer einziehen könnte. Beim Kerweempfang im Juli hatte Schäfer gesagt, es werde nach einer Möglichkeit zur privaten wie auch öffentlichen Nutzung durch Tourismus gesucht. Das Tourismusbüro ist derzeit in einem Wohngebiet, abseits des Ortszentrums, untergebracht. Für Touristen, die mit dem Auto kommen, ist es gut, weil es dort eigene Parkplätze gibt. Aber für Touristen, die zu Fuß kommen, ist es abgelegen. „Es ist wichtig, dass Leben hineinkommt“ , sagt Schäfer zu dem Haus. Das würde sich positiv auf den Ortskern auswirken. Zumal die Erneuerung des Ortskerns mit der oberen Marktstraße, dem Marktplatz und dem Bereich Kirchstraße ein Hauptanliegen der Gemeinde für die kommenden Jahre ist. In einer Zukunftswerkstatt sollen die Bürger einbezogen werden. Der besondere Wert des Hauses aus städtebaulicher Sicht: Es prägt wie der historische Teil des Bürgerhauses gegenüber das Ortsbild und hat eine ähnlich prachtvolle Fassade. Bei der Markstraße 5 ist die Fassade aber nicht mehr im Bestzustand. Die Besitzer der beiden repräsentativen Bauten habe miteinander gewetteifert in der Pracht von Verzierungen, sich aber auch verhöhnt mit angebrachten Fratzen und Tierköpfen. |ff