Kreis Südliche Weinstraße In Gastfamilien zu Hause fühlen

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Seit Ende vergangenen Jahres gibt es in der Südpfalz ein Angebot für Familien oder Einzelpersonen einerseits und Menschen mit körperlichen oder seelischen Einschränkungen andererseits. „Als Gast zu Hause fühlen, betreutes Wohnen in Gastfamilien“ (BWF) heißt das Programm, das Ulrich Heise vom sozialpsychiatrischen Dienst der Kreisverwaltung SÜW im Haus der Familie in Bad Bergzabern vorgestellt hat.

Gesucht werden Familien oder Einzelpersonen, die bereit sind, Menschen mit Behinderungen für eine gewisse Zeit oder auch länger aufzunehmen. „Es ist eine besondere Betreuungs- und Wohnform für Erwachsene, die wegen einer Behinderung Unterstützung im Alltag benötigen“, erläutert Heise. Das Programm ist eingebunden in den Eingliederungshilfeverbund Südpfalz mit den Landkreisen Germersheim, Südliche Weinstraße und der Stadt Landau. Bisher gebe es im Kreis noch kein praktisches Beispiel dieser Art von Integration, so Heise. „Das ist ein längerer Prozess, es muss für beide Seiten passen, es wird wahrscheinlich eine kleine Gruppe von Menschen sein, die sich dafür interessiert“, ist seine Erfahrung. Diese Einschätzung bestätigten die nur drei Interessierten, die zu seinem Vortrag gekommen waren. Bereits im 19. Jahrhundert habe sich das betreute Wohnen in Gastfamilien etabliert und sei dann seit den 1980er Jahren besonders in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wieder auf- und ausgebaut worden, sagt Heise. Das Ziel des BWF: Normalität und mehr Selbstständigkeit für die Behinderten in einem gemeinsamen Alltag mit der Gastfamilie und die Förderung des inklusiven Gedankens, das heißt der Integration behinderter Menschen in einen normalen Lebensalltag. Der Gastfamilie steht ein Fachteam, zum Beispiel von Caritas, Pfalzklinikum, Lebenshilfe oder Jacob-Friedrich-Bussereau-Stiftung zur Seite. Die Fachleute unterstützen bei der Entscheidungsfindung, beim Probewohnen und mit regelmäßigen Besuchen und Gesprächen. „Die Chemie muss stimmen“, sagt Heise. Die Gastfamilien erhalten ein Betreuungsgeld, eine Pauschale für den Wohnraum und einen Anteil an den Haushaltskosten. Grob gerechnet sind das rund 750 Euro pro Monat ohne den Essenszuschuss. „Zwei bis vier Wochen Probewohnen ist wichtig, damit beide Seiten sehen, ob es passt“, so Heise. (pfn) Info Ulrich Heise, Telefon 06341 940624, ulrich.heise@suedliche-weinstrasse.de

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