Kreis Südliche Weinstraße In die Ferne schweifen

Dieses Panorama bietet sich unweit des Hermersbergerhofs.
Dieses Panorama bietet sich unweit des Hermersbergerhofs.

Die Verbandsgemeinde Hauenstein plant, in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz, speziell dem Forstamt Hinterweidenthal, unweit des Hermersbergerhofs einen barrierefreien Aussichtspunkt zu errichten, der einen weiten Blick Richtung Westen ermöglicht. Planer Maurizio Gaiotto stellte seine Planung dem Tourismusausschuss vor, der dem Vorhaben geschlossen zustimmte: Der Aussichtspunkt soll als „gekippte Box“ – wie eine offene, schräg gestellte Schachtel also – gestaltet werden. Man geht von Kosten in Höhe von 93.000 Euro aus. Der künftige Aussichtspunkt liegt etwas abseits der Forststraße, die vom Hermersbergerhof Richtung Leimen führt, und etwa 250 Meter in nördlicher Richtung entfernt von dem Holzlagerplatz, der auch als Rodelbahn-Parkplatz dient. Hier werden auch zwei bis drei barrierefreie Autostellplätze angelegt. Der Weg von dort zum Aussichtspunkt wird barrierefrei auf der Trasse eines bestehenden Maschinenwegs ausgebaut. Der in der Nähe vorbeiführende Fernwanderweg „Pfälzer Waldpfad“ kann über einen 280 Meter langen Pfad angebunden werden, wofür keine besonderen baulichen Maßnahmen notwendig sind, wie es hieß. Die Panorama-Plattform selbst wird mit einer Stahl-Holzkonstruktion auf einem kleinen Sandsteinmassiv installiert. Deren leichtes Gefälle wird über diese Konstruktion ausgeglichen. Als Zuwegung zur eigentlichen Plattform dient ein Gitterrost, der seitlich von einem Netz gesichert wird. Er führt zu einer mit einem Bohlenbelag ausgelegten, sechs Meter breiten und drei Meter tiefen Plattform, an die sich eine 1,50 Meter breite Kanzel anschließt. Zur 15 Meter entfernt liegenden Straße wird der Aussichtspunkt mit der Box, einer schräg stehenden Rückwand und einem angedeuteten Dach, das allerdings keinen Wetterschutz bietet, abgeschirmt. Über die Gestaltung dieser Box gab es im Tourismusausschuss unterschiedliche Ansichten. Der Planer hatte eine Sparschalung aus vorbewitterter Lärche vorgesehen, im Ausschuss wurde auch eine Variante mit Halbstämmen angeregt. Dies und auch die Gestaltung der Kanzel, die, so die Meinung im Ausschuss, den Rollstuhlfahrern möglichst gute und uneingeschränkte Sicht bieten soll, wird bis zu einer Entscheidung planerisch überarbeitet. Wie Verbandsbürgermeister Werner Kölsch (parteilos) ausführte, wolle man gerade körperlich eingeschränkten Menschen die Möglichkeit bieten, „durch diesen Fernblick die Schönheit der landschaftlich einzigartigen Kulisse in der Kernzone ,Quellgebiet der Wieslauter’ im Biosphärenreservat“ zu erleben. Die touristische Infrastruktur schließe das ansonsten weitgehend aus, weil Plätze mit Fernblicken in der Region nur in wenigen Einzelfällen barrierefrei erreichbar seien. Gerade wegen der Barrierefreiheit wird das Projekt über das EU-Programm Leader gefördert. Zu den Gesamtkosten in Höhe von 93.000 Euro fließen aus dem Leader-Programm 70 Prozent, rund 65.000 Euro. Landesforsten und die Verbandsgemeinde teilen sich den Rest der Kosten und finanzieren das Projekt mit jeweils knapp 14.000 Euro mit.

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