Kreis Südliche Weinstraße „In Deutschland einen Traum erfüllen“

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21 Menschen aus elf Ländern hatten im Kreishaus am Dienstagabend die Ehre, als neue deutsche Staatsbürger begrüßt zu werden – und das von der rheinland-pfälzischen Integrationsministerin Irene Alt (Grüne). Bei ihrer Werbekampagne „Ja zur Einbürgerung“ hatte sie an der Südlichen Weinstraße haltgemacht und im Kreishaus einen Werbeständer mit Faltblättern aufgestellt.

„Deutschland ist kein Traumland, aber ein Ort, wo man sich seine Träume erfüllen kann.“ Mit diesem Satz des erfolgreichen kasachischen Ringers Arawat Sabejew, einst beim VfK Schifferstadt, der seit 1990 in Deutschland lebt, ermunterte die Ministerin die neuen Staatsbürger, ihren eigenen Traum zu leben. Eine Vuvuzela trötete laut, als Fouad Felfeli aus dem Kreis der Neubürger nach vorne trat und unter dem Beifall seiner Freunde die Einbürgerungsurkunde entgegennahm. Nach der französischen ist die deutsche die dritte Staatsbürgerschaft für den gebürtigen Libanesen, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt. Bei der landesweiten Werbekampagne hatte der im Kreishaus für Einbürgerungen zuständige Mitarbeiter Tobias Grüßert auch dem in Bad Bergzabern praktizierenden Allgemeinmediziner Felfeli ein solches Faltblatt zukommen lassen, das über die Möglichkeit informiert. „Das hat mich dann auf die Idee gebracht, auch die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen“, erklärte der 60-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Dass die feierliche Zeremonie dann auch noch just auf den 31. Jahrestag der kirchlichen Trauung mit Gattin Ulrike fiel, bot am Dienstag doppelten Grund zum Feiern. „Ich habe mich immer geärgert, dass ich zwar bei Bürgermeister- und auch Landratswahlen zur Urne gehen durfte, aber beim Kreistag war es schon vorbei. Jetzt bin ich ein politischer Mensch und darf das ganze Land mitgestalten, das ist für mich die Erfüllung“, so Felfeli. Eher nachdenklich und sehr ernst gab sich Reezan Elalmis. Die 19-jährige gebürtige Türkin kam als kleines Mädchen nach Deutschland, ist in Bad Bergzabern aufgewachsen und bereitet sich im Alfred-Grosser-Schulzentrum auf das Abitur vor. Die von ihr mit der Volljährigkeit geforderte Entscheidung, künftig Deutsche oder Türkin zu sein, habe sie sehr gründlich überdacht. Aufgrund leidvoller Erfahrungen in der eigenen Familie – zwei ältere Brüder mussten lange Zeit um das Bleiberecht bangen, während die beiden hier zur Welt gekommenen jüngeren Geschwister von Geburt an Deutsche sind – ist seit Jahren in der Heranwachsenden der Wunsch gereift, Rechtsanwältin zu werden. Um Menschen, die sich religiös oder politisch verfolgt fühlen, helfen zu können. „Junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, sollen sich nicht mehr entscheiden müssen, welche Staatsbürgerschaft sie behalten wollen“, proklamierte Ministerin Irene Alt. „Ab heute sind sie komplett gleichberechtigte Deutsche mit allen Rechten und Pflichten und ich möchte Sie auffordern, Ihre Rechte zu nutzen“, ermunterte Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) die neuen Kreisbürger, sich in ihren Heimatgemeinden einzubringen. (srs)

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