Kreis Südliche Weinstraße In alten Ortskernen verfallen die Preise

Die Grundstückspreise im Kreis Südwestpfalz haben sich in den vergangenen zwei Jahren unterschiedlich entwickelt: In Neubaugebieten sind sie stabil geblieben, in Mischgebieten gesunken. In alten Ortskernen stehen immer mehr Gebäude leer und verfallen, weshalb die Grundstücke weniger wert sind.
Das hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte festgestellt, wie Michael Loos, Abteilungsleiter beim Vermessungs- und Katasteramt Westpfalz, mitteilte. Ermittelt wurden unter anderem die Bodenwertfaktoren für Grundstücke mit abbruchreifen Gebäuden. Dazu wurden für die gesamte Westpfalz knapp 100 Vergleichsfällen des Jahres 2015 untersucht. Für Grundstücke von 200 Quadratmetern wird in solchen Fällen im Schnitt nur noch der Bodenwert bezahlt, bei größeren Grundstücken sogar deutlich weniger. Im Grundstücksmarktbericht von 2009 waren es noch 30 Prozent über dem Bodenwert. Infolge der demografischen Entwicklung steigt die Anzahl derartiger Gebäude stark an, die Preise sinken. In der Statistik fehlen laut Loos jene Gebäude, für die schon seit Jahren vergeblich Käufer gesucht werden. Für größere Grundstücke mit Schrottimmobilien wird deutlich weniger gezahlt, für 400 Quadratmeter 92 Prozent des Bodenwerts, für 900 Quadratmeter 72 Prozent. Während die Verkaufspreise für Grundstücke in den Neubaugebieten stagnieren, sind die Werte in den Mischgebieten um vier Prozent zurückgegangen. Die meisten Bauplätze (34) wurden in den vergangenen zwei Jahren in der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland verkauft. Die Verbandsgemeinde Hauenstein liegt mit 28 Verkäufen auf Platz fünf im Vergleich aller Südwestpfalz-Verbandsgemeinden. Die höchsten Preise werden aktuell in Hauenstein und Dahn mit 120 Euro pro Quadratmeter erzielt. Im übrigen Landkreis werden die 100 Euro meist längst nicht erreicht. Hier bewegen sich die Preise zwischen 50 und 70 Euro, in kleineren Gemeinden sogar bei 45 Euro und darunter. In der Verbandsgemeinde Hauenstein schwanken die Quadratmeterpreise zwischen 120 Euro in Hauenstein und 50 Euro in Schwanheim und Hinterweidenthal. Ausschlaggebend für die Attraktivität und den Preis bei Neubaugebieten ist die Lage und Verkehrsanbindung. Auch der Trend zu möglichst ebenen Bauflächen und dem Bauen ohne Keller ist weiterhin vorhanden. Da es nur wenige neuere Neubaugebiete in der Südwestpfalz gibt, verteilen sich die Verkäufe über das gesamte Kreisgebiet. Die meisten Bauplätze wechselten in Hauenstein mit 14 den Besitzer. Oft ist zwischen zwei benachbarten Orten ein starkes Gefälle zu beobachten. Jeder Kilometer entfernt vom Autobahnanschluss drückt sich im Bodenrichtwert aus. Bei Gewerbeflächen ist keine große Bewegung zu verzeichnen. Die Werte für landwirtschaftliche Grundstücke sind zum ersten Mal seit Jahrzehnten gestiegen. Ackerland kostet elf Prozent mehr als vor zwei Jahren. Auch der Preis für Grünland ist um 13 Prozent gestiegen auf durchschnittlich 54 Cent. Beim Wald ist ein Aufwärtstrend der Preise zu verzeichnen, was auch mit den gestiegenen Holzpreisen zu tun hat. Hier stieg der Wert von durchschnittlich 42 Cent auf 47 Cent. (ow)