Kreis Südliche Weinstraße Impflingen: Jetzt geht’s los

Staus, Lärm, Gestank: Wer mit dem Auto von Bad Bergzabern in Richtung Landau unterwegs ist oder dort wohnt, dem sind die Belastungen in der Ortsdurchfahrt Impflingen wohl bekannt. Nun soll eine Umgehung Entlastung bringen. Am Dienstag ist erster Spatenstich.
Doch es werden noch einige Jahre ins Land ziehen, bis das 17-Millionen-Projekt fertig ist und man östlich der Gemeinde zügig durchrauschen kann. Der Landesbetrieb Mobilität geht von einer Bauzeit bis Ende 2020/Anfang 2021 aus. Als Ortsbürgermeister wird Günter Flicker dieses freudige Ereignis nicht erleben, wie er im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagt. Bei der nächsten Kommunalwahl 2019 wird er altersbedingt nicht mehr antreten. In seiner Amtszeit seit 1999 werde der Kampf für die Umgehung aber auf jeden Fall das wichtigste Projekt sein. Schon unter seinem Vorvorgänger Gerd Schowalter, so Flickers Erinnerung, sei das Thema angestoßen worden. Er selbst sei seit 1991, dem Beginn seiner Ratszugehörigkeit, involviert gewesen. Obwohl das Verfahren doch sehr lange dauerte, ist der Ortsbürgermeister zufrieden. Vor allem deswegen, weil es keine nennenswerten Widerstände gegeben habe. „Auch die betroffenen Winzer spielten bei der Landabgabe gut mit.“ Die Insheimer Bedenken, dass durch die Umgehung dort mehr Verkehr entstehe, kann Flicker nicht nachvollziehen. Wie auch immer: Am 20. Dezember ist der erste Spatenstich, der mit einem öffentlichen Umtrunk im Dorfgemeinschaftshaus begossen wird. Knapp drei Kilometer lang soll die Umgehung werden. Da sie weitgehend im Geländeeinschnitt geführt wird, sind Erdbewegungen – sowohl Auf- als auch Abtragungsarbeiten – in einer Größenordnung von insgesamt 223.000 Kubikmeter erforderlich, teilte der LBM-Leiter Kurt Ertel bei einer Informationsveranstaltung mit. Die überschüssige Erde soll in die Gewanne „Am Kochsgrund“ nördlich der B 38 verfüllt werden. Brückenbauwerke sollen zur Überführung der südlich und nordöstlich von Impflingen geplanten Hauptwirtschaftswege oder zur Überführung der L 554 über die B 38 entstehen. Dies gilt auch mit Blick auf die Durchleitung des Quodbachs. Die vierte Brücke wird zur Überführung der Verbindungsrampe Impflingen (B 38 alt) in Richtung Landau gebraucht, dabei handelt es sich auch um einen Wirtschaftsweg. Zunächst hieß es, dass nach der Weinlese 2016 mit dem Bau von zwei Brücken begonnen wird. Die ersten Erdarbeiten sind vom Verlauf des Flurbereinigungsverfahrens abhängig, für das mit einem Zeitraum von einem bis eineinhalb Jahren gerechnet wird. Was den Lärmschutz anbelangt, so werden weitere Messungen vorgenommen. Die vorliegenden Zahlen lagen eindeutig unter den zulässigen Höchstwerten. Wie berichtet, wurden aus Insheim die Befürchtung geäußert, wonach mit dem Bau der Umgehungsstraße die Anwohner der Haupt- und Bahnhofstraße in dieser Nachbargemeinde ein höheres Verkehrsaufkommen hinnehmen müssten, die den Weg zur A 65 suchen. Bemängelt wurde auch, dass es künftig keine direkte Verbindung mehr zwischen den beiden Gemeinden gebe. Der Landesbetrieb Mobilität veranschlagte die Belastung in der Ortsdurchfahrt Impflingen je nach Streckenabschnitt auf rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag. Der Anteil des Schwerverkehrs wurde mit 300 Fahrzeugen beziffert. Nach dem Bau der Umgehung sollen es je nach Abschnitt noch zwischen 2000 und 4000 Fahrzeuge sein, so die Prognose. Unabhängig von dem Projekt Umgehung wird in der Impflinger Ortsdurchfahrt eine Überquerungshilfe in Höhe der Rohrbacher Straße eingerichtet, und zwar wenn die Friedhofsmauer einmal fertig ist. Langfristig rechnet Ortsbürgermeister Flicker damit, dass sich für Impflingen, nach einer Anerkennung als Schwerpunktgemeinde, attraktive Gestaltungsmöglichkeiten für diesen Abschnitt ergeben. |mik