Kreis Südliche Weinstraße Immer ein Auge auf die Falken

Ein Wanderfalke mit einer erbeuteten Krähe.
Ein Wanderfalke mit einer erbeuteten Krähe.

Nach der schlechten Brutsaison 2016 haben die süd- und südwestpfälzischen Wanderfalken in diesem Jahr wieder kräftig aufgeholt. 38 Jungvögel wurden großgezogen, einer mehr als in der Saison 2015. Die Tierschützer vom Arbeitskreis Wanderfalkenschutz des Naturschutzbundes (Nabu) sind zufrieden. Während normalerweise ein oder zwei Jungfalken pro Paar großgezogen werden, konnten dieses Jahr an drei Felsen sogar je vier Jungfalken pro Paar ausfliegen.

„Die Felsbrüter-Saison 2017 war sehr erfolgreich“, sagt Hans Schächl, Sprecher des Arbeitskreises. 18 Brutpaare waren von den Naturschützern beobachtet worden. 15 Bruten waren erfolgreich. Am Rödelstein (Vorderweidenthal) wurden nur drei tote Jungvögel im Nest gefunden. Am Hirtsfels bei Hirschthal gaben die Falkeneltern die Brut auf und am Hülsenfels (Hauenstein) blieb es beim Brutversuch. Beinahe ein Komplettausfall wurde die Brut in einem Steinbruch bei Hinterweidenthal, wo ein Jungvogel durchkam und zwei tot am Hang gefunden wurden. Sehr erfolgreich waren die Falkeneltern mit je vier gesunden Jungvögeln am Schönauer Kastelfels, dem Pferchfeldfelsen bei Schindhard und der Rotzollwand bei Hilst. Geglückt sind die Bruten an 14 Felsen vom Asselstein bei Annweiler bis zum Ruppertstein bei Ruppertsweiler. An zwei Felsen brüteten sogar Kolkraben und Wanderfalken gemeinsam. Am Buchholzfelsen (Sarnstall) wurden drei Jungfalken und vier kleine Kolkraben großgezogen. Auf Burg Spangenberg bei Erfenstein waren es zwei Jungfalken und drei Kolkrabenjunge. Die Zahl von 38 großgezogenen Jungvögeln wertet Hans Schächl vom Nabu als Erfolg gegenüber den nur 27 Jungvögeln im Vorjahr. 2016 hatten einige Wanderfalken die Brut aufgegeben, es war auch sehr nass und kalt. Zudem gab es Verluste durch Vergiftungsaktionen, so Schächl. In diesem Jahr habe es keine Giftattacken auf die Tiere gegeben. Die Zusammenarbeit zwischen Naturschützern und Kletterern im Arbeitskreis Klettern und Naturschutz habe sich für die möglichst störungsfreie Brut und Aufzucht bewährt. Das Sperren der Brutfelsen sei akzeptiert, so Schächl. Die Vogelschützer bereiten bereits die Saison 2018 inklusive Beobachtungsposten und Bewachung vor. Dazu wird es ein Wanderfalken-Seminar vom 16. bis 18. März in Fischbach geben. Im Naturerlebniszentrum Wappenschmiede beim Biosphärenhaus unterrichten die Naturschützer über die Bewachungsaktionen und die Lebensweise von Falken. Info Interessenten für das Wanderfalken-Seminar können sich unter info@wanderfalkenschutz-rlp.de oder telefonisch unter 07954 926347 anmelden. Weitere Infos unter www.wanderfalkenschutz-rlp.de.

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