Offenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Im Queichtalbad soll Beckenwasser wiederverwertet werden

Badleiter Dennis Nürnberger erwartet dieses Jahr wieder um die 100.000 Besucher in Offenbach.
Badleiter Dennis Nürnberger erwartet dieses Jahr wieder um die 100.000 Besucher in Offenbach.

Im Queichtalbad wird sich von fossilen Brennstoffen unabhängig gemacht. Nun soll auch die Ressource Wasser geschont werden. Gelingen soll das durch einen künstlich angelegten Teich.

Die ersten können die Offenbacher in dieser Freibad-Saison nicht mehr sein. Im Trifelsbad in Annweiler sind die Schwimmbecken bereits seit Mittwoch freigegeben. Und jetzt am Wochenende steigt dort noch eine Einweihungsfeier, nachdem die Sanierung der Anlage komplett abgeschlossen ist. Im Queichtalbad dagegen lag es auch an den Arbeiten am Sprungturm, weshalb dort noch Ruhe herrscht. Das Bauwerk musste in Schuss gebracht werden. Das Gerüst stand noch bis Donnerstagmittag, da die Malerarbeiten noch nicht abgeschlossen waren. Dafür war das Team um Badleiter Dennis Nürnberger auf stabiles Wetter angewiesen.

Der Sprungturm musste saniert werden.
Der Sprungturm musste saniert werden.

Ist das Becken gereinigt, wird es Wasser gefüllt, was aufgrund der Menge bis zu drei Tage dauern wird. Als Nächstes steht noch die Genehmigung des Gesundheitsamts aus. Dafür werden am Becken und der Filteranlage Proben genommen beziehungsweise analysiert. So ist der grobe Überblick zu dem, was noch vor der Eröffnung in Offenbach ansteht. In zwei Wochen etwa werde die Kasse wieder geöffnet sein. „Wir rechnen aktuell mit Mitte Mai“, sagt Dennis Nürnberger, der seit 16 Jahren in der Verwaltung tätig ist, seit sechs Jahren in seiner jetzigen Leitungsposition.

Welche Änderungen noch bevorstehen

Stammgästen wird auffallen, dass die Liegefläche etwas kleiner geworden ist. Durch den Bau des neuen Kleinspielfeldes. So soll auf dem dortigen Kunstrasen der Nachwuchs des benachbarten Fußballvereins auch im Winter kicken können. Im Queichtalbad gibt es weitere Änderungen, die Besucher aber nicht wahrnehmen werden. So soll die Anlage im Lauf der Saison an das Kalte Nahwärmenetz der Gemeinde angeschlossen werden. Dann wird sich die Umweltwärme zunutze gemacht, um Becken und Nebengebäude zu beheizen.

Neue Nachbarn: Das neue Kleinspielfeld für die Fußballer grenzt am Queichtalbad an.
Neue Nachbarn: Das neue Kleinspielfeld für die Fußballer grenzt am Queichtalbad an.

Anders als bisher müssen sich die Verantwortlichen nicht mehr allein auf die Kraft der Sonne verlassen, um durch die Absorberanlagen auf dem Dach der Umkleiden und Co. Energie gewinnen zu können. Durch die neue Technik wird sich gänzlich von fossilen Brennstoffen und damit auch von Preisschwankungen unabhängig gemacht. Insofern müssen die Badegäste nicht befürchten, dass aus Kostengründen die Grundtemperatur des Wassers im Schwimmbecken herabgesenkt wird. Schon jetzt habe es 25 Grad, sagt Dennis Nürnberger, wobei das Wasser aufgrund der Sonneneinstrahlung tatsächlich wärmer ist.

Drei Millionen Liter Wasser

In den Kinderschuhen steckt ein anderes Projekt, seit Kurzem von den politischen Gremien der Gemeinde verfolgt wird. Und zwar soll das Wasser aus den beiden großen Schwimmbecken nach Ende der Badesaison wiederverwendet werden. Bislang ist es so, dass es bis zum nächsten Frühjahr im Becken bleibt. Dadurch sollen die Edelstahlbecken vor Schäden geschützt werden. Laufen die Vorbereitungen für die neue Runde, ist dieses Wasser frei von jeglichen Zusätzen, etwa von Chlor, weshalb es ohne Bedenken abgeführt werden kann. Über Leitungen nimmt es seine Wege in Richtung Klärwerk.

Vier solcher Filteranlagen schlummern im Keller der Anlage.
Vier solcher Filteranlagen schlummern im Keller der Anlage.

Die Rede ist dabei von drei Millionen Liter Wasser, die eine sinnvolle Zweitverwertung finden könnten. In Zeiten mit langen Trockenperioden im Sommer. Zum Vergleich: Ein Einfamilienhaushalt mit vier Personen verbraucht im Schnitt etwa 180.000 Liter pro Jahr. Um die Ressourcen zu schonen, soll nun die besagte Wassermenge vom Becken nach dem Ablassen an anderer Stelle zwischengelagert werden, um es anschließend zur Bewässerung der Liegefläche des Queichtalbads nutzen zu können. Denkbar wäre es, das Wasser in einen Teich zu pumpen, der im Nordosten der Anlage künstlich geschaffen werden müsste. Dort könnte auch Regenwasser für denselben Zweck aufgefangen werden.

100.000 Besucher pro Badesaison

Und jenes Wasser, das während der Badesaison zusätzlich zur Rückspülung der vier Filteranlagen benötigt wird, welche im Untergrund des Queichtalbads noch schlummern. Sie werden ab dem Saisonstart dafür benötigt, um das Badewasser rein zu halten. Da diese Filteranlagen selbst sauber gehalten werden müssen, werden auch diese gereinigt, mindestens einmal am Tag würden. Für einen Durchgang werden 25 Kubik Wasser benötigt, informiert Dennis Nürnberger. Im Hochsommer sind vielleicht auch Rückspülungen erforderlich. „Das hängt auch von der Anzahl der Badegäste ab“, berichtet der Offenbacher. In den vergangenen Jahren waren das pro Badesaison um die 100.000 Besucher.

Dieses Spülwasser müsste vor der Abführung in den Teich aber gepuffert werden, damit sich das darin enthaltene Chlor verflüchtigt. Hierfür wären drei Zisternen im südlichen Bereich des Bades vorgesehen, heißt es in den Unterlagen der Verwaltung hinsichtlich dieser Konzept-Idee.

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