Kreis Südliche Weinstraße Hut ab vor Eigenleistung

„Wir haben die Schönheit des Hauses erhalten. Es ist Wahnsinn, was die Bürger einer so kleinen Gemeinde geleistet haben“, schwärmt der Ortsvorsteher von Blankenborn, Michael Nauth: nicht nur vom „Alten Schulhaus“, das grundsaniert wurde und jetzt Begegnungsstätte der Gemeinde ist, sondern auch von dem mit rund 600 Arbeitsstunden großen ehrenamtlichen Einsatz der Bürger. Baubeginn war vor gut einem Jahr, die Kosten betragen rund 360.000 Euro.
Seit 109 Jahren steht das denkmalgeschützte Sandsteingebäude in Blankenborn und war bis in die 70er-Jahre Schulhaus. Regelmäßig fanden die Gemeinderatssitzungen im Schulsaal statt, ab 1972, als Blankenborn Ortsteil von Bad Bergzabern wurde, dann die Sitzungen des Ortsbeirates. Geheizt wurde der einzig große Raum im Untergeschoss mit einem Holzofen. „Anfang der 80er-Jahre wurde zum letzten Mal gestrichen“, erzählt Michael Nauth bei einem Rundgang mit der RHEINPFALZ. Gut 20 Jahre, mehrere Anläufe und viel Durchhaltevermögen seines Vorgängers habe es gebraucht, bis der Startschuss für den Baubeginn habe fallen können, so Nauth. Mit einem 55-prozentigen Zuschuss aus dem EU-Förderprogramm Leader, das die Entwicklung des ländlichen Raumes fördert. Die Stiftung der Sparkasse gab 4000 Euro dazu, die VR-Bank-Stiftung spendete die Tische im Wert von 3000 Euro, die Kosten für die Stadt betragen rund 160.000 Euro. In Eigenleistung wurde das gesamte Gebäude entkernt. Das historisch wertvolle hölzerne Treppenhaus blieb erhalten und wurde restauriert. Eine Außenwand musste stabilisiert werden, das Erdgeschoss wurde trocken gelegt. Das Gebäude wurde energetisch saniert, neue Fenster und Türen, Schallschutzdecken und eine Heizung mit Holzpellets wurden eingebaut. Für ein Ratszimmer und einen Abstellraum wurde das Dachgeschoss ausgebaut. Die Heizung befindet sich im Keller, der ehemals Geräteraum der Feuerwehr war. Durch das Entfernen der Zufahrtsrampe zum Keller habe man Außengelände dazugewonnen, das für Feste genutzt werden könne, erklärt Nauth. Nagelneu glänzt auch die Küche, der Sanitärbereich wurde ebenfalls komplett erneuert, für den Brandschutz mussten zusätzlich Gauben eingebaut werden. Wärme strahlen die rustikalen Eichendielen auf den Fußböden aus. „Wir haben gut gewirtschaftet“, findet der Ortsvorsteher, auch mit einem Lob für Architekt Peter Rheinwalt. „Wir werden das Haus jetzt mit Leben füllen, Ideen gibt es“, so Nauth, unter anderem touristische Angebote in Verbindung mit dem neuen Wanderweg „Rund um den Steinkopf“. Stark nachgefragt würde der Raum auch für private Veranstaltungen. Barrierefrei sei das Haus wegen der Bauvorschriften nicht, aber darin sieht der Ortsvorsteher in Blankenborn kein Problem: „Da hilft man sich gegenseitig“. (pfn)