Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel „Hotels“ nur für besondere Gäste

Gemeindearbeiter Zbyszek Paradoski neben einem Insektenhotel.
Gemeindearbeiter Zbyszek Paradoski neben einem Insektenhotel.

Mehrere große „Hotels“, die trotz Pandemie schon seit Wochen geöffnet haben, warten in Maikammer auf weitere Gäste. Allerdings: Hier dürfen sich nur Krabbeltiere und Bienen einmieten.

Gleich vier große Insektenhotels stechen in Maikammer seit kurzem an den Ortseingängen hervor. Zwei stehen auf der Grünfläche östlich der St. Martiner Straße, eins am Ortseingang der Weinstraße Nord und ein weiteres auf der Grünfläche vor der Gemarkungsgrenze Diedesfeld. An allen Standorten handelt es sich laut Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU) um „Eh-da“-Flächen, die vor zwei Jahren angelegt worden sind: „Sie haben sich gut entwickelt und weisen einen hohen ökologischen Wert auf.“

Die Idee, ein neues Zuhause für Insekten zu schaffen und mit der Stärkung der Artenvielfalt den Sinn des „Eh-da“-Projekts weiter zu verstärken, wurde laut Schäfer im Ausschuss für Artenvielfalt und Klimaschutz geboren. Aber auch noch ein weiteres Projekt zur Verbesserung der Lebensqualität wird in Maikammer gelebt: „Als Cittàslow-Gemeinde werden wir diesen Themen auch in Zukunft eine große Bedeutung beimessen, wie unserem Beweidungskonzept und unserem Streuobstwiesenprojekt“, betont Schäfer deswegen zusätzlich.

Gemeindearbeiter nutzt altes Spielhaus

Gebaut hat die 1,40 Meter hohen und 1,20 Meter breiten Insektenhotels mit 80 Zentimetern Tiefe allein Gemeindearbeiter Zbyszek Paradoski. Als Material für die vier Häuser hat er dabei in der Hauptsache ein altes Spielhaus der katholischen Kita Maikammer verwendet: Dieser „Wiedereinsatz“ in recycelter Form kommt dem Gedanken der Nachhaltigkeit selbstredend klar entgegen.

Die Füllung stammt so gut wie komplett aus der Natur und besteht aus den üblichen Inhalten: Gebohrtes Hartholz, Stroh, poröse Steine, Halme und mehr füllen die „Etagen“ zwischen ausgedienten Paletten. Nur ein paar Bretter als „Ziegeln“ und etwas Drahtgitter mussten noch mitgebracht werden: „Also hat es keine gesonderten Materialkosten mehr gegeben“, betont daher Beigeordneter Klaus Humm (CDU) auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Auch die künftige Betreuung der Insektenhotels wird laut Verwaltung von der Ortsgemeinde übernommen, die sich über den Einsatz ihres Arbeiters freue: „Er hat sich sehr viel Mühe gegeben und ist froh und glücklich, wenn das Projekt jetzt überall gut angenommen wird.“

Mit der guten Akzeptanz sind zwar wie immer auch die Bürger gemeint, aber vor allem erst mal die eigentliche Zielgruppe eines jeden Insektenhotels: „Quasi alles, was so keucht und fleucht, was mehrere Beine hat oder gar keine, was krabbelt und kriecht oder fliegt, darf einziehen“, erläutert Klaus Humm lachend. Und genau das könne man, obwohl die Insektenhotels erst seit einigen Wochen „geöffnet“ haben, schon gut beobachten.

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