Kreis Südliche Weinstraße Hoffen auf Zusammenführung

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„Es ist eine sehr lange, leidvolle und aufwendige Familienzusammenführung“, sagt Ulrike Brunck von der Diakonie in Bad Bergzabern, die viele der rund 50 Flüchtlinge aus Syrien, die in der Verbandsgemeinde leben, betreut. Auch die Familie Ghanoummeh mit Mutter Maida und ihren vier Söhnen. Nun soll auch die Tochter hinzukommen.

Lange war das Schicksal ihrer Tochter Hiba mit den beiden zwei- und vierjährigen Enkeln Mariam und Malak unklar, sie war in ihrer Heimatstadt Homs eingeschlossen. Jetzt hat sie die Flucht nach Bosnien geschafft. Aber die Familie braucht dringend 1800 Euro für den Flug nach Deutschland, denn ihr Visum in Bosnien läuft am 28. Dezember ab. Nach eineinhalb Jahren Bürgerkrieg in Syrien wurde die Familie mit den fünf Kindern, damals zwischen 16 und 25 Jahren alt, aus ihrem Haus in Homs evakuiert und danach in alle Winde zerstreut. Mutter Maida floh mit den beiden Söhnen Abdalrhaman – der durch Schussverletzungen am Bein beeinträchtigt ist – und Abdalziz und landete vor knapp zwei Jahren in Bad Bergzabern. Ihr Sohn Samer war schon vorher geflohen und lebte als Asylbewerber in München, durfte also damals seine Familie nicht besuchen. Ihr Sohn Hajan konnte in den Libanon fliehen und schaffte es, in die bosnische Botschaft zu kommen. Denn das einzige „Glück“ der Familie war es, dass die Mutter sowohl einen bosnischen als auch einen syrischen Pass hat, weshalb die Familie aus Bosnien legal ausreisen durfte. Bleiben durfte sie nicht. Die RHEINPFALZ berichtete im November 2013 vom Schicksal der Familie und unsere Leser haben es mit ihrer Spende möglich gemacht, dass Hajan ausreisen konnte. Zurzeit leben sechs Erwachsene in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Bad Bergzabern. Mutter Maida, ihre vier Söhne – ihr Sohn Samer durfte im Mai zu seiner Familie - und die Ehefrau von Samer, Fatima, die im Mai ein Baby erwartet. Fatima hat in Syrien ein Einser-Abitur gemacht, spricht sehr gut deutsch und will Zahnmedizin studieren. Kennengelernt haben sich die beiden im Auffanglager in Bayern. Acht Monate hatten sie sich, aber nicht ihre Liebe zueinander, aus den Augen verloren, im Juli dieses Jahres haben sie geheiratet. Der Ehemann von Mutter Maida, Maher, ist noch in Syrien und arbeitet als Hilfskraft in einer Einrichtung an der von den Türken geschützten Grenze. Er wird nicht ausreisen dürfen, weil er nur einen syrischen Pass hat. Derzeit gilt die große Sorge Tochter Hiba und ihren beiden Kindern. Der Ehemann von Hiba gilt seit Monaten als vermisst, die Familie befürchtet das Schlimmste. Wenn das Geld zusammenkommt, kann über die Diakonie der Flug gebucht werden. „Der erste Artikel über die Familie in der RHEINPFALZ hat zu dem Grundkurs Deutsch geführt, der dreimal pro Woche im Haus der Familie kostenlos angeboten wird, mittlerweile unterrichten zwölf Ehrenamtliche“, erzählt Ulrike Brunck. Familie Ghanoummeh wurde nach mehr als einem Jahr anerkannt, alle besuchen inzwischen Sprachkurse. Der Ehemann und künftige Vater Samer sucht Arbeit, am liebsten eine Lehrstelle. Er hantiert gerne mit Maschinen, in Syrien hatte er in einer Druckerei gearbeitet. Die Familie hilft auch im Möbellager der Diakonie. „Das hilft uns. Fatima kann sehr gut übersetzen, viele können noch kein Deutsch“, sagt Brunck. Sie haben auch Freunde gefunden und Einheimische kennengelernt, erzählen sie. Und werden zur Weihnachtsfeier in die Diakonie kommen, bei der sich die Wünschenden und Erfüller der Weihnachtsbaumwunschaktion des Hauses der Familie kennenlernen können. Nach der Situation in ihrem Land gefragt, sieht man nur sorgenvolle Gesichter. „Es ist sehr schlimm, Millionen sind auf der Flucht, Hunderttausende sind tot“, sagen sie.

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