Kreis Südliche Weinstraße Hippies, Bienen und ein Hauch von Rio

Knapp 20 Zugnummern schlängelten sich gestern Nachmittag bei bescheidenen Temperaturen durch die Bergzaberner Innenstadt. Das ungemütliche Wetter tat der Feierfreude der Narren keinen Abbruch. Noch lange nach Ende des Umzugs hallten die „Beza“-Rufe durch die Kurstadt. Der Umzug endete wie im vergangenen Jahr auf dem Messplatz, wo noch lange weitergefeiert wurde mit der unvermeidlichen Helene Fischer („Atemlos durch die Nacht“) oder dem weltmeisterlichen „Gaucho-Tanz“. Angeführt wird der Fasnachtsumzug in Bad Bergzabern traditionell vom Fanfarenzug. Das war gestern nicht anders. Vor dem Schloss gab es ein Ständchen, das mit viel Applaus bedacht wurde. Vor dem Schloss hatten auch die Hutschelhexen mit dem Hexentanz ihren großen Auftritt. Mit ihren schaurig-schönen Masken waren sie wieder einmal der Blickfang. Ein Hexenkessel, in dem Tannenzweige verbrannt wurden, sorgte für mächtig Rauch in den Straßen. Dazu trieben die Hutschelhexen allerhand Schabernack mit den Zuschauern. Die Blicke auf sich zogen auch die Nachwuchsgarden des KV Hameckia. Sie hatten den Elferrat und die Prinzenpaare im Schlepptau. Während das Kinderprinzenpaar Jule I. und Marcel I. mit einem überdimensionierten Fahrrad durch die Kurstadt „gestrampelt“ wurde, saßen das Prinzenpaar Alwina I. und Andreas IV. in einer Luxuskarosse. Die weiteste Anreise hatte die Otterbacher Zirkus-Gaudi mit ihrem großen Motivwagen. Menschen und Tiere aus der Manege bevölkerten die Straße. Tierisch ging es auch weiter mit den Bienwald-Bienen. „Bei uns im Stock da geht es rund, denn Bienwald-Bienen-Honig ist gesund“, lautet ihr Motto. Einen Hauch von Rio den Janeiro brachte das Männerballett des Carnevalvereins Pleisweiler-Oberhofen in die Kurstadt. Respekt verdienten sich die Herren der Schöpfung vor allem damit, dass sie mit ungewohntem (und für Männerfüße unbequemem) Schuhwerk den langen Marsch auf sich nahmen. „Prinzessin Christine I. und Prinz Karl I. – das Prinzenpaar der Pro Seniore liegt krank im Bett“, verkündete eine Heerschar von Gartenzwergen. Sie schuften nicht nur im Garten und fragen sich: „Wo bleiben die Ehrenamtlichen.“ „Bagger-Alarm“ gab es bei den Fußball-Mädels der Spielvereinigung. „Unser Hartplatz ist nicht mehr, deshalb muss jetzt ein neuer Rasen her“ – damit unterstrichen sie ihre Forderung nach dem Projekt „Rasenplatz 2015“. Richtig ab ging es auf dem Wagen der Hippies aus Kapellen-Drusweiler. „Pflanzt der Bauer Dope ins Feld, verdient er nebenbei noch Geld“, verkündeten sie im „Kapeller Tageblatt“. Mit „Rettet die Wälder – Hanf auf die Felder“ ließen sie eine alte Hippie-Forderung wieder aufleben. Die „Sportfreunde Tschiller“ mit ihrem „Wägelchen“ und einige Fußgruppen, wie etwa die Vogelspinnen-Frau, machten das, was das Publikum am meisten erfreute, sie verteilten eifrig Popcorn und Bonbons. Die „Ghostbusters - Geisterjäger“ bildeten mit gleich zwei Fahrzeugen das Ende des närrischen Lindwurms. Der Hit „Ghostbusters“ von Ray Parker jr. aus dem Jahr 1984, der mindestens genauso bekannt ist wie der Film, wummerte dabei in einer Endlosschleife aus den großen Boxen. (jpa)

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