Kreis Südliche Weinstraße
Herxheim: Grüne wollen gegen geplante Ölbohrungen kämpfen
Die Grünen wollen gegen die geplanten Ölbohrungen zwischen Offenbach und Herxheim kämpfen. Der Kreisverband machte bei seiner Mitgliederversammlung am Freitag in Hayna deutlich, dass er auf der Seite der Bürgerinitiative steht.
Gerd Müller aus Herxheim, der mit an der Spitze der BI „Kein Erdöl aus Offenbach“ steht, referierte bei der Mitgliederversammlung der Grünen über die Absichten der Firma Neptune Energy. Wie berichtet, hat diese einen Acker zwischen Offenbach und Herxheim gekauft, um von dort aus nach Öl zu suchen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich unterhalb Offenbachs ein Vorkommen befindet. Sollte die Suche nach Öl erfolgreich sein und sich herausstellen, dass sich dieses wirtschaftlich fördern ließe, könnte auf dem Areal eine Förderanlage entstehen. Die Mitglieder der BI fürchten unter anderem um die Qualität des Grundwassers und einen Anstieg des Verkehrs in den umliegenden Orten, weil das Öl mit Lastwagen zu einer Raffinerie gebracht werden müsste. Die Rede ist von 500 Tonnen Öl täglich, was 20 bis 25 Lkw-Fahrten entspricht.
Was fürchtet die BI wegen der Bohrungen?
Die im Juli gegründete BI hat bereits über 100 Mitglieder, berichtete deren Vorsitzender Karlheinz Adam aus Herxheim. Er ist neben Kuno Volz aus Essingen einer von zwei Winzern, denen ihr Land entzogen wird, weil die katholische Kirche dieses an die Firma Neptune verkauft hat (wir berichteten). Die heimische Ölförderung mache nur zwei Prozent am Gesamtverbrauch in Deutschland aus. Deswegen Risiken für die Umwelt einzugehen, sei absolut verantwortungslos, findet Müller.
Bedenken meldete Müller besonders hinsichtlich der Technik an. Gefahren seien unter anderem Grundwasserverunreinigungen, Bodenhebungen und -senkungen sowie leichte Erdbeben. Die Firma Neptune schließt Gefahren für das Grundwasser durch eine Mehrfachverrohrung aus. Die Grünen hielten am Freitag entgegen, dass gefährdende Stoffe über längere Zeiträume unbemerkt ins Grundwasser eindringen könnten. Die Bohrungen gehen durch die Grundwasserleiter, die auch zur Trinkwassergewinnung oder zur landwirtschaftlichen Bewässerung dient. Die Grünen wollen weiter gegen die Bohrungen kämpfen. „Gegebenenfalls bis hin zum zivilen Ungehorsam, damit kennen wir uns ja sehr gut aus“, meinte Vorstandssprecher Peter Kallusek aus Insheim.
Alles andere als erbaut sind die Grünen auch vom Bauvorhaben der Firma Michelin auf der Gemarkung Bornheim. Hier soll, wie berichtet, auf sechs Hektar Fläche eine Lagerstätte eingerichtet werden. Die Erweiterung ist in geschützten Naturschutzflächen vorgesehen. Die Pläne sind deshalb nach Ansicht der Grünen inakzeptabel.
Welche inhaltlichen Baustellen haben Grüne noch?
Dörte Bernhardt aus Edenkoben bedauerte, dass sich in vielen Kommunen zu wenig Leute gefunden hätten, um Wahlen für Migrationsbeiräte auszurichten, beispielsweise in den Verbandsgemeinden Bad Bergzabern und Edenkoben. „Die Arbeit der Ausländerbehörden ist aktuell unter aller Kanone“, echauffierte sie sich. Zum Thema Abschiebungen sagte Peter Kallusek: „Es muss das Ziel sein, Menschen, die sich bei uns engagieren und die arbeiten wollen, zu unterstützen und sie hierzubehalten statt sie abzuschieben wie Schwerverbrecher.“ Die Anforderungen an die Flüchtlinge seien in vielen Bereichen viel zu hoch. „Die regionale Wirtschaft würde bluten, wenn sie auf diese Menschen verzichten müsste“, ergänzte Bernhardt.
Die Kreisgrünen streben künftig eine nähere Zusammenarbeit mit den Parteifreunden aus Landau an. Bei Energie, Verkehr und Abfallwirtschaft gebe es viele Berührungspunkte.
Termin
Für Donnerstag, 17. Oktober, 19 Uhr, laden die Grünen zusammen mit dem BUND nach Bornheim ein, um über das Michelin-Bauvorhaben zu informieren.