Kreis Südliche Weinstraße Haarwäsche in der Wassertrete

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Müll in der Wassertrete, Essensreste auf dem Rasen, Hundekot auf dem Gehweg, abgerissene Blumen, uneinsichtige Radfahrer, Beschimpfungen und Drohungen – Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU) hat einiges erlebt. Zwei Wochen lang war das Stadtoberhaupt quasi im Selbstversuch als „Kurpark-Sheriff“ ins Bad Bergzaberns beliebter Grünanlage unterwegs.

Ludwig

war zu ganz unterschiedlichen Zeiten im Kurpark vor Ort: frühmorgens, am Nachmittag oder spätabends. „Ich habe dabei viel erlebt, von positiv bis maximal negativ“, sagt Ludwig. Nach den gesammelten Erfahrungen steht für ihn fest: „Wir brauchen dringend wieder einen Ordnungsdienst für den Kurpark.“ In der Vergangenheit hatte die Stadt einen Mann auf 450-Euro-Basis beschäftigt, der im Kurpark nach dem Rechten schaute – im Volksmund wurde er „Kurpark-Sheriff“ genannt. Der Vertrag mit dem Mann wurde aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst. „Im Rahmen der Sparmaßnahmen hat der Stadtrat dann diese Stelle gestrichen“, so Ludwig. Zum Teil ging diese Stelle auf den Hausmeisterposten im Haus des Gastes über. Der Hausmeister brauchte dringend eine Erhöhung seiner Stundenzahl. Aufgrund der äußerst angespannten Haushaltslage sind der Stadt Bad Bergzabern bei der Zahl ihrer Beschäftigten enge Grenzen gesetzt. In der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause fragte Stefan Hitziger (FWG), ob daran gedacht sei, einen neuen „Kurpark-Sheriff“ einzustellen. Er habe die Erfahrung gemacht, so Hitziger, dass sich viele Besucher des Kurparks nicht an die geltenden Vorschriften halten würden. Vor allem mit Radfahrern habe er negative Erfahrungen gemacht. Im Kurpark ist das Fahrradfahren verboten, Räder müssen geschoben werden. „Es gibt Radfahrer, die nutzen den Kurpark als Rennstrecke“, klagt Ludwig. Manche, der von ihm angesprochenen Sünder, sagten, sie hätten nicht gewusst, dass das Fahrradfahren im Kurpark verboten sei. „Dabei stehen an den Eingängen des Parks Verbotsschilder“, wundert sich der Stadtchef. Einige Radfahrer hätten sich einsichtig gezeigt, andere hätten ihn beschimpft. „Manchmal war die Wortwahl schon unterste Schublade.“ Ein Jugendlicher hat ihm sogar vor die Füße gespuckt. Abenteuerlich war, was Fred-Holger Ludwig an der Kneipp-Wassertrete erlebte. Morgens fischte er Pizza-Schachteln, Essensreste oder sonstigen Müll raus. Einen Mann hat er dabei erwischt, wie er voll bekleidet und mit Schuhen in der Trete herumspazierte, einen anderen hat er dabei ertappt, wie er sich gerade die Haare einshampoonierte. Ludwig will dafür sorgen, dass die Wassertrete nach 21 Uhr wieder abgeschlossen wird. „Auch wenn der Zaun nicht hoch ist, ist er ein Hindernis. Vielleicht ist das für manche einen Hemmschwellen“, hofft Ludwig. Verärgert haben ihn auch einige Hundebesitzer, die sich um die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Lieblinge nicht gekümmert haben. „Obwohl wir überall im Park diese Stationen mit den Müllbeuteln haben“, ärgert sich Ludwig. Die Gärtner beklagten sich über leere Flaschen im Gebüsch und Abfall auf dem Rasen. „Ganz besonders ärgert die Gärtner, wenn frisch gepflanzte Blumen am nächsten Tag schon abgerissen sind“, erzählt Ludwig. Für den Stadtchef steht fest: „Es geht nur mit Kontrollen.“ Das Ordnungsamt wurde damit beauftragt, bis Oktober eine Gebührenordnung zu erstellen, mit der sich dann der Stadtrat befassen soll. Ludwig will in einer der nächsten Stadtratssitzungen einen erneuten Vorstoß zur Einstellung eines „Kurpark-Sheriffs“ wagen. Das gehe natürlich nur in Absprache mit der Verbandsgemeinde und dem Ordnungsamt. „Mir schwebt vor, wieder jemand auf 450-Euro-Basis einzustellen. Und wir, die Stadt, bezahlen alles, was der nicht einbringt. Somit schaffen wir einen gewissen Anreiz“, meint Ludwig. (jpa)

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