Kreis Südliche Weinstraße Höchste Förderquote
Für Vorderweidenthal hat das neue Jahr gut angefangen. Der Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte bei einem Besuch der Gemeinde positive Neuigkeiten mitgebracht. Für den Umbau des ehemaligen Schulhauses zum multifunktionalen Dorfgemeinschaftshaus gibt es vom Land den höchsten Fördersatz in Höhe von 65 Prozent. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro.
„Ein Ort der Begegnung ist wichtig in einer Gemeinde, und ihre ehemalige Schule ist ein besonderer Ort“, sagte Lewentz. Nicht nur der Innenminister war gekommen, sondern auch Thomas Hitschler (SPD-MdB), Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, Landrätin Theresia Riedmaier, Alt-Ministerpräsident Kurt Beck und Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer. Treffpunkt war zunächst das alte Schulhaus in der Lindelbrunnstraße. Freigelegtes Mauerwerk, abgestützte Decken und herausgerissene Fußböden erwarteten die Besucher, die im ehemaligen Ratssaal im Erdgeschoss die Pläne von Architekt Eckhard Bendel (Bad Bergzabern) einsehen konnten. „Einige von Ihnen sind hier noch in die Schule gegangen, das Haus war bis 1969 Schulhaus“, begrüßte Ortsbürgermeister Volker Christmann auch Mitbürger. Danach sei das Haus, das einen ortsbildprägenden Charakter besitze, vom Gemeinderat, von der Jugend und vom Pfälzerwald-Verein genutzt worden. Zeitweise sei auch die Post, eine Bäckerei und eine Arztsprechstunde Nutzer der Räume gewesen. „Ab 2007 konnte das Haus nach einem Wasserschaden nicht mehr genutzt werden, der Hausschwamm wurde aktiv, aber positiv bekämpft“, sagte Christmann. 2010 sei dann im Zuge der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde zusammen mit Oberschlettenbach eine erste Planung gemacht worden. Nach dem Tod des damaligen Planers Klaus Kyas habe man 2014 mit dem Planungsbüro Hans-Jürgen Wolf aus Kaiserslautern neu begonnen und 2015 das Dorfentwicklungskonzept entwickelt. Entstehen soll jetzt eine zentrale Begegnungsstätte in der Ortsmitte. Ein Zimmer für den Ortsbürgermeister soll im Untergeschoss gleichzeitig als Raum für Arztsprechstunden genutzt werden, auch der Ratssaal wird dort zu finden sein. Im Obergeschoss, das auch mit einem Fahrstuhl zu erreichen sein wird, soll ein Bürgersaal mit Theke und Küche entstehen. „Es ist ein Großprojekt und eine Investition in die Zukunft“, fasste Christmann zusammen. „Es ist ein tolles, aber nicht überzogenes Projekt“, beurteilte Lewentz die Planung. Zuständig für die formelle Abwicklung ist Karlheinz Weiß von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Neustadt, der ebenfalls unter den Besuchern war. „In Vorderweidenthal ist die Welt in Ordnung, da sollte es auch einen Dorfmittelpunkt geben“, unterstrich Lewentz beim anschließenden Essen im bis auf den letzten Platz besetzen Sportheim. Er freue sich jetzt auf das „Kesselflääsch“, das ihm als „Weltbestes“ angepriesen worden sei. |pfn