Kreis Südliche Weinstraße Gute Qualität in einem schwierigen Jahr

Mit 189 Publikumsstimmen wurde ein 2013er Silvaner des Weingutes Hünerfauth & Hecky aus Hochstadt erstmals Gesamtsieger des zum achten Mal vom Verein Südliche Weinstraße Offenbach ausgelobten Silvaner-Wettstreits. Es hatten sich 54 pfälzische Weinbaubetriebe mit insgesamt 64 Weinen an dem Wettbewerb beteiligt, der während der St. Laurentius-Kerwe in Bornheim veranstaltet wurde.
Unter den 64 eingereichten Weinen – im Jahr 2013 waren es 84 Weine aus 63 Weingütern der Pfalz – hatte eine Kommission in verdeckten Proben zehn Finalweine in den Kategorien QbA, Kabinett, Spätlese und feinherb ausgewählt. Bei den Preisen wurde allerdings nicht mehr nach Kategorien unterschieden, sondern lediglich Gesamtsieger ermittelt, die Bürgermeister Axel Wassyl als Vorsitzender des Vereins SÜW Offenbach am Sonntagabend bekanntgab. Hinter dem Familienweingut Hünerfauth & Hecky (Probewein Nummer neun) als Gesamtsieger belegte das Weingut Bärenhof aus Bad Dürkheim-Ungstein (Wein Nummer acht) mit 141 Stimmen den zweiten Platz, gefolgt vom Weingut Stern, Hochstadt (Nummer zehn, 126 Stimmen), Weingut Hochdörffer aus Landau-Nußdorf (Nummer fünf, 114 Stimmen) und auf dem fünften Platz noch einmal das Weingut Bärenhof mit Wein Nummer zwei und 93 Stimmen. Zu beobachten waren die Freunde der Rebsorte Silvaner am Samstag und Sonntag im Dorfgemeinschaftshaus in Bornheim, wie sie die einzelnen Weine auf Farbe, Frucht und Geschmack intensiv testeten. Lob gab es für die kräftigen und charaktervollen Silvanerweine, die auch in der Pfalz ausdrucksstark die Charakteristiken ihrer Herkunft zum Ausdruck bringen kann. Die frischen, kräftigen Weine sollten jung getrunken werden. Beim Silvaner-Wettstreit wurde für Bürgermeister Wassyl deutlich, dass die Rebsorte Silvaner nach rückläufigem Trend wieder im Kommen ist und bei Weinfreunden einen keineswegs untergeordneten Stellenwert genießt. Er selbst bezeichnet sich als einen „großen Silvaner-Freund“. Um dem Potenzial des Silvaners gerecht zu werden, organisiert der Verein SÜW Offenbach seit nunmehr acht Jahren seinen Silvaner-Wettstreit und zeichnet die nach dem Geschmack des Publikums besten Gewächse und ihre Erzeuger aus. SÜW-Offenbach-Geschäftsführer Kurt Höhlinger zeigte sich trotz der rückläufigen Teilnehmerzahl zufrieden. Jeder Jahrgang sei eben anders, meinte er. Silvaner bringe bei guter Reife und nicht zu hohem Ertrag harmonische Weine mit feiner Säure und zarter Blume. Die extremen Witterungsverhältnisse hätten es den Winzern nicht einfach gemacht. Aber schwierige Jahre müssten nicht per se schlechte Jahre sein. Wer weder Arbeit noch Mühe scheute, sei belohnt worden. Im Übrigen könnte es bei der neunten Auflage im Jahr 2015 wieder ganz anders sein. Höhlinger erinnert daran, dass die Rebsorte Silvaner einmal die wichtigste für unsere Region gewesen sei. Bis in die 1970er-Jahre sei der Silvaner übrigens mit mehr als 30 Prozent Flächenanteil die meistangebaute Rebsorte gewesen. (som)