Maikammer
Großer Andrang beim Bauernmarkt
„Wenn in Maikammer etwas ist, ist immer viel los“, sagt eine Frau, die am Stand von Evelyne Cappelaire-Hell aus Wingen im Elsass eigentlich Bauernbrot kaufen wollte. „Das Brot ist alle, nächstes Jahr wieder“, sagt Cappelaire-Hell zu den enttäuschten Kunden, die an ihren Stand kommen. In Maikammer war der letzte der Biosphären-Bauernmärkte für dieses Jahr. „Heute ist wirklich besonders viel los“, sagt die Elsässerin. Auch ihr Kartoffelkuchen und der Nusskranz gehen langsam dem Ende entgegen.
„Wir sind ausgetrunken“, steht am Stand von Achim Lingenfelder aus Großkarlbach. Ausgetrunken sind die Frucht-Seccos, die Lingenfelder aus eigenen Früchten herstellt, wie er erzählt. Auch Schnäpse, Liköre, Marmeladen und Chutneys, von denen noch eine Auswahl am Stand zu finden ist, seien aus eigenem Obst. „Ich habe schon mehr mitgenommen als sonst. Ich war schon bei vielen Märkten, aber noch nie ausverkauft“, sagt Lingenfelder. Erstmals bietet Mario Koch aus Kandel Wurst aus Wildfleisch, Wildgulasch in Gläsern, Hirschschinken und andere Produkte aus Wildfleisch an. „Ich habe jede Menge mitgebracht, der Verkauf läuft gut“, freut er sich.
Fast alle mit gefüllten Taschen und Tüten
Wer es geschafft hat, einen Parkplatz zu ergattern, der muss sich nur in die Menge mischen und einfach mitlaufen. Links ein Blick auf handgemachte Seifen, rechts gibt es Honige und Kerzen, links liegen Kräuter, rechts die Felle und Wollsocken vom Schafhof Ruppert. Obwohl deren Anblick angesichts der Temperaturen am Sonntag schon einen Schweißausbruch auslöst, wird auch hier gekauft. Überhaupt haben fast alle Besucher gefüllte Taschen und Tüten in den Händen.
Überall dort, wo es Lebensmittel, Essen oder Getränke gibt, stehen Schlangen. Bei der Forellenzucht Schneider werden Fischbrötchen im Akkord belegt. Bratwürste, Crêpes und Rostige Ritter finden reißenden Absatz, freie Sitzplätze sind Mangelware. Das Ehepaar Dürksen hat sich mangels anderer Sitzgelegenheiten auf den Rand einer Verkehrsinsel niedergelassen. „Wir sind extra wegen dem Bauernmarkt gekommen“, sagt das Paar. Erst einmal haben sie „eine Schorle gefunden, aber wir kaufen sicher auch noch etwas anderes“, sagen die beiden.
Der letzte Bauernmarkt in diesem Jahr
„Wollen Sie einen Besen für drinnen oder draußen?“, erkundigt sich der Bürstenbinder Harald Klein aus Ramberg bei einer Kundin. „In Maikammer kennt man uns, wir sind immer beim Gartenmarkt dabei, aber heute ist besonders viel los“, sagt Klein. Das liege sicher am guten Wetter, aber auch daran, dass es der letzte Biosphären-Bauernmarkt in diesem Jahr ist, „da decken sich die Leute noch einmal ein“.
Als „zurückhaltend“ beschreibt dagegen Luis Eckard aus Stein in der Südpfalz die Nachfrage nach seinen Objekten aus Holz. „Essen, Trinken und Gebrauchsartikel gehen immer, aber bei Dekorationen und Geschenken halten sich die Leute seit der Pandemie und dem Krieg zurück“, schildert er seine Erfahrung.
„Hier ist die süße Ecke“, sagen Marc und Denise Doppler, die auf dem Platz an der Weinstraße Nord Konfitüren und Sirupe aus dem Elsass anbieten. „Es kommen sehr, sehr viele Leute und alle sind freundlich“, freut sich Denise Doppler. In der „süßen Ecke“ auf dem Platz gibt es außerdem unter anderem Honige, Schokolade und Patisserie.
„Schau mal, die Blumen und Gestecke sind schön“, sagt eine Frau. Die Florathek Kiefer gehört zwar nicht zum Bauernmarkt, aber es ist auch verkaufsoffener Sonntag – der vom Andrang profitiert wie der Hobbymarkt im Bürgerhaus – und die Blumen und Pflanzen passen bestens dazu.