Kreis Südliche Weinstraße Gibt es genug Gaststätten?

Die Kneipen- und Restaurant-Landschaft in Herxheim und Hayna kommt auf den Prüfstand. Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit beschlossen, eine „Analyse der gastronomischen Marktsituation“ in Auftrag zu geben. In rund sechs Wochen soll das Ergebnis vorliegen. Kosten: rund 5000 Euro. Das Gutachten erstellt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Wie Ortsbürgermeister Franz-Ludwig Trauth (CDU) im Gespräch mit der RHEINPFALZ erzählt, habe er selbst die Anregung dazu gegeben. Anlass ist die seit 2005 stillgelegte Gaststätte im Waldstadion, die der Gemeinde gehört. Der Gedanke: Lohnt es sich für die Gemeinde aufgrund der gastronomischen Gesamtsituation in Herxheim, Geld in die Hand zu nehmen und die Gaststätte im Waldstadion zu reaktivieren? Zusätzlich erhoffen sich Trauth und der Rat durch die Untersuchung Informationen darüber, ob weiterer Bedarf für gastronomische Betriebe besteht – und welcher Art. Dann hätte die Gemeinde etwas in der Hand für potenzielle Betreiber. Mit dem Gutachten, das vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) erstellt werden soll, ist auch auch die Frage nach der Zahl der Gästebetten und vor allem die Frage nach mehr Kapazität verknüpft, so Trauth. Lediglich die drei Grünen Ratsmitglieder sprachen sich gegen eine Reaktivierung der Waldstadion-Gasstätte aus. „Es wird kaum ein Pächter zu finden sein, der das Wagnis erneut eingehen würde“, meinte Lothar Sator. Zudem sollten bei einer allgemeinen Analyse zunächst einmal die Gastronomen von der Gemeinde befragt werden. Eine Situationsanalyse ist für die Grünen „hinausgeworfenes Geld“. Nicht bestens aber gut hat sich die Haushaltssituation im laufenden Jahr entwickelt. Wie Trauth seinen Rat informierte, hat sich der Ergebnishaushalt von 800.000 auf 1,2 Millionen Euro verbessert. Das Defizit im Finanzhaushalt von 3,7 auf 3,1 Millionen Euro verringert. Die freie Finanzspitze sei auf 870.000 Euro gestiegen. Ohne Diskussionen wurde der Bebauungsplan Raiffeisenstraße einstimmig (bei zwei Enthaltungen der FWG) verabschiedet. Wie mehrfach berichtet, will die örtliche Genossenschaftsbank auf ihrem Gelände an Raiffeisen- und Eisenbahnstraße größere Wohnblocks errichten. Streitpunkt war bisher die Anzahl der Stellplätze. Es waren fast nur Tiefgaragenplätze ausgewiesen. Nun würden auch genügend überirdische Plätze gebaut, um Parkkapazitäten für Besucher der Anwohner zu schaffen. Der Gemeinderat hat einstimmig den Weg geebnet, den Knotenpunkt L 493/Ortsrandstraße Süd-Ost umzubauen. Es soll eine abknickende Vorfahrt eingerichtet werden. Die Kosten trägt zu zwei Dritteln das Land, die Gemeinde ist mit einem Drittel beteiligt. Ein Ingenieurbüro wurde mit der Planung beauftragt. Drei Aufträge hat der Rat für die Erneuerung des Kinderplanschbeckens im Waldfreibad vergeben. Insgesamt soll das Becken für rund 545.700 Euro saniert werden. Das Auftragsvolumen in der jüngsten Sitzung für drei Gewerke lag bei 398.000 Euro. Das Heimatmuseum bekommt neue Fenster in Stahlausführung. Der Rat hat dafür (bei vier Enthaltungen aus den Reihen der FWG) knapp 100.000 Euro bewilligt. (rww)

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