Kreis Südliche Weinstraße Geschenke aus Bienenwachs
Etwas besonderes haben die Kinder der Böhämmer-Grundschule in Bad Bergzabern. Seit 2014 besitzt die Schule eine Imkerei und nennt zwei Honigbienenstöcke ihr eigen: die Böhämmer-Bienen. Im Sommer durften die Schüler schon ihren eigenen Honig probieren. Im Moment schlafen allerdings die Grundschulbienen. Für die Kinder der Arbeitsgemeinschaft „Bienen“ gibt es aber keine Pause: Aus Bienenwachs basteln sie kleine Geschenke.
Lehrerin Evelyne Mandery, die in ihrer Freizeit gern als Hobby-Imkerin unterwegs ist, hatte die Idee, Kinder und Bienen auf diese Weise besser miteinander bekanntzumachen. Gestern erklärte Mandery, was man alles aus Bienenwachs herstellen kann. An vier Stationen konnten sich die Kinder am Kerzengießen, Kerzenrollen, Feueranzünder aus Tannenzapfen oder Lavendelbüschen herstellen oder Kerzenziehen probieren. Unter den wachsamen Augen der Lehrerin und ihren Helfern Britta Schneider, Eva Strasser und Sigrid Lohner wurde zuerst das selbst hergestellte Wachs geschmolzen, um unter anderem die Dochte regelmäßig einzutauchen. Der Tipp der Erwachsenen: Docht eintauchen, eine Runde durch das Klassenzimmer flitzen und sich wieder anstellen. Der zehnjährige Anton aus der vierten Klasse ist schon etwas außer Puste: „Ich renn’ jetzt schon zum fünften Mal. Aber es klappt. Ach, Geduld ist halt alles!“ Später, erklärt die Lehrerin, werden die gezogenen Kerzen an einer Wäscheleine im Klassenzimmer aufgehängt. Felice, neun Jahre, ist in die Bienen-AG gegangen, um die Tiere besser kennenzulernen. Und natürlich, weil sie Honig sehr mag. Hanna steht beim heißen Wachs und fängt an, dieses in kleine Herz-Förmchen zu gießen: „Ich muss aufpassen“, meint sie mit ernster Miene, „wenn genug drin ist, muss noch der Docht mit rein. Sonst kann man die Kerze später nicht entzünden.“ Sie mag die Bienen, meint sie noch, und freut sich auf die fertige Kerze, die sie später mitnehmen darf. Ben und Artur, beide neun Jahre alt, stehen an der Feueranzünder-Station. Beide bündeln kleine Stöcke und Lavendelstängel, um sie ins Wachs zu tauchen. Sie erklären: „Aber nur bis zur Hälfte darf man eintauchen. Die kann man zum Ofenanzünden nehmen.“ Artur denkt darüber nach die schönsten seiner Erzeugnisse seiner Oma zu Weihnachten zu schenken. Und Ben möchte der Mama noch so eine Kerze in Herzform herstellen. Mandery erklärt: „Im Sommer Honig ernten, im Winter mit dem Bienenwachs kleine Geschenke herstellen und dazwischen viel über die Lebensverhältnisse der emsigen Arbeiterinnen lernen, dass macht den Kindern sehr viel Spaß. In meiner Gruppe sind im Moment 18 Viertklässler und 15 Kinder aus der dritten und vierten Klasse des Ganztagsschulprojektes. Das Interesse ist groß.“ (alve)