Kommentar
Geschäftsmodell ohne Kontrolle
Lutz Remmert von der Levantus GmbH hat den Bewohnern und Anlegern im Wohnpark in Bad Bergzabern persönlich Sicherheit versprochen. Als alter Hase in der Branche kam er glaubhaft rüber. Wie kann es dann sein, dass sich seine Firma so verspekuliert hat und jetzt Insolvenz anmeldet? Das sagt er nicht. Die Öffentlichkeit wird wohl auch nicht erfahren, ob er ein Geschäft gemacht hat oder nicht. Aber genau daran muss sich etwas ändern, zumindest bei Immobilien, die primär dem Allgemeinwohl dienen sollten, nicht der Geldvermehrung. Eine neutrale Stelle muss Anbieter von Pflegeimmobilien kontrollieren, ob sie nur auf einen schnelle Euro aus sind und dann weiterziehen, oder ob ihr Konzept tragfähig ist. Denn die Leidtragenden in Bad Bergzabern sind die Bewohner des Wohnparks, die völlig verunsichert werden. Und die Menschen, die ein Appartement gekauft haben – mutmaßlich, um ihre Ersparnisse sinnvoll anzulegen und fürs Alter vorzusorgen. Unschön ist die Zahlungsunfähigkeit auch für die Pflegerinnen und Pfleger, auch wenn sie vergleichsweise sicher sein können, rasch neue Arbeit zu finden. Lutz Remmert wird die Insolvenz nicht schaden, er hat noch viele andere Firmen. Bei einem Unternehmenskapital von in der Regel um die 25.000 Euro sind die Risiken begrenzt.
