Edesheim
Gemeindehalle: Wird Hausmeisterwohnung zu Jugendraum?
Geht es nach der CDU-Fraktion im Edesheimer Gemeinderat, ist im Ort kürzlich ein Objekt freigeworden, das in einen Jugendraum umgewandelt werden könnte, und zwar im Obergeschoss der Gemeindehalle. Die rund 120 Quadratmeter große Fläche wurde bislang als Wohnung genutzt.
Dort lebte bislang jene Person, die die Gemeinde in der Funktion eines Hausmeisters angestellt hatte. Die nach dem Rechten schaute, unter anderem die Reinigung in der Gemeindehalle übernahm. In ihrem Tätigkeitsfeld hat sie sich von den Gemeindearbeitern unterschieden, da unter anderem die Leerung der öffentlichen Müllbehälter und die Grünpflege im Ort nicht zu ihrem Zuständigkeitsbereich zählte.
Umfrage angeregt
Da dieser Posten nun freigeworden ist, wird sich der Rat im Zuge der Stellenausschreibung auch mit der Frage beschäftigen, ob die Räume über der Gemeindehalle weiter als Hausmeisterwohnung zur Verfügung stehen soll. CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Rodach hält es für sinnvoll, sich vorher im Ort umzuhören, insbesondere bei den Vereinen und bei den Jugendlichen, ob der Bedarf nach einem Jugendraum besteht. Schließlich ergebe sich nun die Chance, gemeindeeigene Räume für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Zumal es sich von der Lage und Infrastruktur dafür eignen würde.
Neben den Vereinen und ihren Jugendgruppen gibt es in Edesheim eine Gruppierung, die als Förderverein für die Grundschule und die beiden Kitas fungiert, mit ihren Angeboten aber auch andere Kindern und Jugendliche im Ort anspricht. Nach Angaben seines Vorsitzenden Johannes Pfeiffer hat der Verein über 600 Mitglieder in seinen Reihen. Vor allem Mütter und Väter, die Kinder im Kita- oder Grundschulalter haben.
Kiju sieht Bedarf an Jugendraum
Vor mehr als 15 Jahren gegründet, bieten die Verantwortlichen unter anderem Bildungsangebote im Ort an. Zum Beispiel Englischkurse für Grundschulkinder, wofür werden Studenten oder Honorarkräfte engagiert werden. Sie unterstützen auch die katholische Bücherei und bieten in dem Kurs „Act up“ Interessierten die Möglichkeit, die Grundlagen des Schauspiels zu erlernen. „Darüber hinaus sind wir mit Aktionen auch bei Veranstaltungen vertreten, etwa beim Jahrmarkt oder beim Oldtimer-Wandern“, sagt Pfeiffer, selbst dreifacher Familienvater.
Kiju, wie der Förderverein auch bezeichnet wird, hat laut Pfeiffer Lagerflächen, wo Materialien deponiert werden könnten. Die Einrichtung eines Jugendraums, den Gemeinderatsmitgliedern vorschwebt, begrüßt der Kiju-Vorstand. Schließlich brauchten Mädchen und Jugend solch einen Rückzugsort, wo sie sich treffen können. Unabhängig davon, ob und in welchem Verein sie sich engagieren. Allerdings stellt Pfeiffer auch klar, dass Kiju dieses Projekt unterstützen würde, jedoch nicht die Verantwortung übernehmen könnte, sprich um den Betrieb des Jugendraumes kümmern könnte. Auch wegen der hohen Fluktuation im Verein. Denn wenn die Kinder in der fünften oder sechsten Klasse gehen, wirken die Eltern wenn dann nur noch passiv im Vereinsleben mit.
Auf Anfrage der RHEINPFALZ teilt Ortsbürgermeisterin Sigrid Schwedhelm-Schreiner mit, dass ein Jugendraum wertvoll für die Gemeinde sein kann, weshalb man das Thema bereits auf dem Schirm habe. Der Nachwuchs brauche solche Angebote, um sich zu entfalten. Wobei die Vereine im Ort schon hervorragende Jugendarbeit leisteten. Schwedhelm-Schreiner verweist zudem darauf, dass es im Rat einmal um die Stelle für den Hausmeister-Job geht.