Klingenmünster RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinde hält an neuem Standort für Baugebiet fest

Die Lettgasse in Klingenmünster mündet in einen Wirtschaftsweg, der weiter nach Heuchelheim-Klingen führt. Links der Straße soll
Die Lettgasse in Klingenmünster mündet in einen Wirtschaftsweg, der weiter nach Heuchelheim-Klingen führt. Links der Straße soll es mal Bauplätze geben.

Der Namen für das neue Baugebiet in Klingenmünster steht schon fest. Sieben Morgen soll die Wohnsiedlung heißen, die nordöstlich der Gemeinde entwickelt werden soll. Doch eine Behörde spielt nicht mit.

Sie ist lange, die Warteliste, die Ortsbürgermeisterin Kathrin Flory (SPD) in Sachen Immobilien führt. Auf ihrem Zettel stehen Namen von Paaren und jungen Familien, die in Klingenmünster den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen möchten. Die Gemeinde könnte zwar theoretisch auf einem Areal am Federbach Bauplätze schaffen. Sie möchte aber davon absehen, weil sie den Bereich bei Hochwasser als besonders gefährdet sieht. Dies wurde bereits vor drei Jahren erkannt, als die Gemeinde ihr Hochwasserschutzkonzept erstellte.

Zwischen 20 und 25 Bauplätze möglich

Das Landeckdorf möchte deshalb diese potenziellen Bauflächen an anderer Stelle im Ort haben. Infrage kommt ein Gelände, das sich im Nordosten der Gemeinde, in der Verlängerung der Lettgasse befindet. Dort sollen zwischen 20 und 25 Grundstücke entstehen. Die neue Wohnsiedlung soll Sieben Morgen heißen. Doch weiter ist die Gemeinde bei ihrem Vorhaben noch nicht gekommen.

Damit das Projekt vorangetrieben werden kann, muss die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd mitspielen. Denn die Gemeinde kann die Baufläche laut Flory nicht ohne Weiteres von der einen Stelle des Ortes auf eine andere umlegen. Auch deshalb nicht, weil sich das für die Bebauung infrage kommende Gebiet im Außenbereich befindet, der in der Regel landwirtschaftlichem Nutzen vorbehalten ist.

Rund 50 Baulücken im Ort

Wie die Ortschefin gegenüber der RHEINPFALZ berichtet, sieht die Genehmigungsbehörde keinen Grund, die Idee der Gemeinde zu unterstützen. Die SGD Süd teilt auf Anfrage mit, dass das Vorhaben vonseiten der Oberen Landesplanungsbehörde nicht als Härtefall bewertet wird. Sie soll vielmehr die Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsplans und damit des Flächennutzungsplanes in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern abwarten. In diesen Plänen wird festgehalten, welche Flächen die Kommunen für welche Zwecke nutzen dürfen. Wer aktuell keine neuen Bauplätze ausweisen kann, könnte durch eine Änderung der Pläne welche dazugewinnen.

Da sich dieser Verwaltungsakt noch etwas hinziehen wird, will die Gemeinde den Weg „abkürzen“. Deswegen wird sie an ihrer Idee und damit auch an dem sogenannten Zielabweichungsverfahren festhalten. Flory zufolge hat der Gemeinderat genau diese Vorgehensweise in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Not der nach Wohnraum suchenden Familien sei schließlich groß. Auch die rund 50 bestehenden Baulücken im Ort können nicht geschlossen werden, da sich diese in privaten Händen befinden und die Eigentümer nicht verkaufen möchten.

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