Kreis Südliche Weinstraße Gelbe Füße für mehr Sicherheit

Unübersichtliche Kurven, tückische Kuppen, eine viel befahrene und viel zu enge Bundesstraße – der tägliche Schulweg ist eine echte Herausforderung für die Grundschüler in Klingenmünster. Zumal dann, wenn die Autofahrer zu viel Gas geben und zu wenig Rücksicht nehmen. Bald sollen gelbe Fußstapfen den Kindern helfen, sicher in die August-Becker-Schule und wieder nach Hause zu kommen. Auch die beiden Kindergärten sind einbezogen.
Die Idee zur Aktion „Gelbe Fußspuren“ ist in der Initiative „Zukunft Minschder“, und zwar im Arbeitskreis „Schönes Dorf“, entstanden. Dort ist Bettina Burkhart aktiv. Sie hat die Gelbfüße in anderen Gemeinden, zum Beispiel in Bad Bergzabern, gesehen. Eine tolle Idee, findet die Lehrerin und Mutter zweier kleiner Söhne. Ausführlich hat sie sich über Bedingungen und Zuschussmöglichkeiten informiert, hat Kontakt mit Schulen und Kindergärten, mit Gemeinderat und Ordnungsamt aufgenommen. Bei einer Ortsbegehung, zu der Elke Hainz (AK Schönes Dorf) eingeladen hat, ist dieser Tage die gelbe Spurenlage erkundet worden. Als wichtigste Berater sind die Grundschüler Mia, Eva, Johanna, Leon und Julian dabei, die sich täglich auf den gefährlichen Weg machen. Schulweg-Experte Leon pflanzt sich gegenüber der Napoleonsbank an der Bahnhofstraße auf und zeigt nach beiden Seiten: „Hier kann ich die Autos von links und von rechts am längsten sehen.“ Auch Johanna ist praxiserprobt. Sie hat sich die tückische Engstelle an der Weinstraße an der Einmündung des Gässchens Im Winkel genau angesehen. Gegenüber dem Winkel-Einschlupf ragt ein Haus fast in die Fahrbahn. „Ich muss mich so hinstellen, dass ich um die Hausecke gucken kann, dann sehe ich die Autos rechtzeitig“, erklärt sie. Die erwachsenen Teilnehmer, unter ihnen Bürgermeister Erwin Grimm, Karl Schlimmer vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde, verschiedene Elternvertreter und Lehrerin Katrin Brand, können fast jedes Mal die Sicht der Kinder bestätigen. Nur einmal, direkt unterhalb der Grundschule, ist der altgewohnte Weg über die Straße, den die Kids vehement verteidigen, nicht der sicherste. Überall da, wo die kleine Delegation den besten Platz zum Überqueren der Straße gefunden hat, soll in Zukunft ein roter Strich gezogen werden, als Markierung: Hier sollst du stehen. Die gelben Fußstapfen (Größe 45) führen dann von beiden Seiten zu dieser Stelle hin. Zu Beginn des neuen Schuljahrs im September wird die vierte Klasse unter der Regie von Klassenlehrerin Brand mit Schablonen, Pinseln und Farbtöpfen losziehen, um den sicheren Weg zu markieren. „Zu diesem Zeitpunkt steht Verkehrserziehung auf dem Stundenplan, da passt das sehr gut“, sagt Katrin Brand. Aber auch die anderen Klassen werden über die Aktion, die von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz unterstützt wird, im Unterricht ausführlich informiert. Eine wichtige Zielgruppe sind die Eltern der Kita-Kinder. Die Kleinen laufen zwar im Regelfall noch nicht allein in ihre Kita. „Aber wenn ihre Eltern zusammen mit ihnen auf die gelben Füße achten, machen sie’s später als Schulkinder automatisch richtig“, meint Katrin Brand. (rire)