Kreis Südliche Weinstraße Fundament fertig

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Das rund 450 Jahre alte Gasthaus „Zum Engel“, das auch das Museum der Stadt Bad Bergzabern beherbergt, steht wieder auf sicherem Fundament und harrt nun seiner wegen der Zuschüsse umstrittenen künftigen Nutzung. Architekt Peter Rheinwalt aus Edesheim informierte die RHEINPFALZ über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten, die rund 250.000 Euro kosten.

„Die Sicherung der Gründung des Gebäudes ist abgeschlossen“, so Rheinwalt bei einer Begehung der Baustelle. Ein Graben wurde rings um das als schönstes Renaissancehaus der Pfalz geltende Gebäude ausgehoben, um Leitungen wie Strom, Wasser, Gas und Telefon zu sichern und eine Außensanierung des stark beschädigten Sockels bis in Höhe der Fensterbänke vorzunehmen. Das Gebäude steht auf einem Holzraster aus Eichenbalken, darunter befindet sich Sandsteinbruch. Durch den wechselnden Grundwasserspiegel hatte sich der „Engel“ einige Zentimeter nach Südosten abgesetzt. Die Gaststätte, die rund 200 Jahre als solche betrieben wurde und in den vergangenen gut zwei Jahren leer stand, wurde leergeräumt. Möbel, Boden, Wandverkleidung, alles musste raus, nur die kahlen Wände sind noch zu sehen. Ein Geologe und ein Prüfstatiker haben den Untergrund geröntgt, also untersucht. „An rund 150 Stellen wurde 2,50 Meter tief gebohrt und dann innen und außen in die Bohrlöcher Tonnen von Injektionsmörtel verpresst“, erklärt Rheinwalt die bereits wieder geschlossenen Bohrstellen. Eine abschließende Röntgenaufnahme habe gezeigt, dass es keine Hohlräume mehr im Untergrund gebe. Zu sehen ist im Graben um das Gebäude an einer Stelle der Wasserstand, der ungefähr 1,60 unter dem Straßenniveau liegt. „Wir haben beobachtet, dass die Höhe des Wassers wechselt“, erzählt der Architekt. Dieser Wechsel sei der Grund dafür gewesen, dass die Eichenbalken wegen des instabilen Grundwasserspiegels nicht mehr dauerhaft im Wasser standen und sich deswegen das Gebäude gesenkt hat. Fundstücke wie eine alte Wasserleitung aus Holz kamen ebenfalls zutage. Und eine interessante Mischung aus Baumaterialien. „Da wurden Sandsteine, Backsteine und Ziegel für die Wände benutzt“, erklärt Rheinwalt. Jetzt ist Steinmetz Klaus Keller aus Dahn an der Reihe, der den stark geschädigten Sandsteinsockel saniert. „Die Sandsteine, die in Ordnung sind, bleiben“, sagt er. Dann wird der Sockel verputzt. „Wir liegen im Kostenrahmen der 250.000 Euro“, glaubt der Planer. Jetzt stehe die Fassade an, an der viele der Kassetten hohl sind, und die Risse aufweist. Dann folgt die Sicherung des Daches. Die Kosten für alles zusammen wird auf 2,3 Millionen geschätzt. Wann welche weiteren Maßnahmen erfolgen können, steht derzeit in den Sternen. Denn die Zuschüsse hängen vom Nutzungskonzept an. Das Büro Rheinwalt prüft derzeit eine Nutzung des denkmalgeschützten Hauses mit Wohnungen, das Ergebnis soll im Oktober dem Haupt- und Finanzausschuss der Stadt vorgestellt werden. „Im Haushalt der Stadt sind in diesem und im kommenden Jahr 250.000 Euro für die Sicherungsmaßnahmen eingestellt“, informiert der Leiter der Finanzabteilung der Verbandsgemeinde, Thomas Cornet. Zuschüsse seien bisher keine geflossen. Insgesamt stehen für Sanierungsprojekte in der historischen Innenstadt, die bereits vor einigen Jahren begonnen wurde, für private und kommunale Vorhaben 7,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Grundsicherungsmaßnahmen am „Engel“ werden Ende des Jahres abgeschlossen sein, heißt es. |pfn

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