Kreis Südliche Weinstraße Flair einer englischen Gartenparty

Es ist das ganz besondere Flair und es sind die vielen kleinen Details, die den Rosenmarkt in Bad Bergzabern zu etwas Besonderem machen: Nostalgie und Romantik pur. Das ließen sich viele Gäste bei der Eröffnung am Samstag nicht entgehen.
Durch den Innenhof des Schlosses wehte ein leichter Rosenduft und viele Damen waren mit teils fantasievollen Gebilden dem Wunsch der Veranstalter gefolgt und trugen Hüte, die zum besonderen Charakter der Veranstaltung beitrugen. Der Rosenmarkt war gleichzeitig der Abschluss der Rosenwochen im Bad Bergzaberner Land. Einen Moment dem Jetzt entrücken, entspannen und die Atmosphäre genießen, so könnte man die Stimmung beschreiben, die ein bisschen an eine englische Gartenparty erinnerte. Rosen waren natürlich das Thema, das sich durch die ganze Veranstaltung zog und mit dem Sängerin Elke Jäger mit Benno Burkhart an der Gitarre und Paul Jakob am Kontrabass den Rosenmarkt eröffnete. „La vie en rose“ und andere Chansons rund um die Königin der Blumen sorgten für eine besondere Stimmung. Rings um das Rondell im Schlossinnenhof standen Tische und Stühle, die zum ausgiebigen Plaudern genutzt wurden. Oder zum Genießen der Rosenbowle der Zonta-Frauen, des Rosenlikörs mit Secco des Weinguts Hitziger, der süßen Verführungen von Gerhard Herzog oder der Leckereien von Sternekoch Carsten Neutmann. „Es ist perfekt“, fand Kristina Holst, die für den Rosenmarkt aus Heidelberg angereist war. Die Information habe sie aus dem Weinfestkalender. Rosen auf Kissen, Geschirr, Tischdecken oder Taschen, Rosenseife, hergestellt aus edlen Damaszener-Rosen, und viele Bücher rund um die Rose luden zum Gang über den Markt ein. Opulent gestaltete Bücher zu historischen Rosensorten oder mit dem Titel „Rosen sind Leidenschaft“ konnten erworben werden. „Wir wollen gar nicht mehr aufstehen“, so zwei Damen aus Fulda, die sich ein Plätzchen mit Blick auf den Stand mit handgefertigten, ausgefallenen, aber auch alltagstauglichen Hüten gesucht hatten, an dem kaum eine Frau vorüberging. „Damit könnte man noch mal heiraten“, schmunzelte eine Dame, die einen prachtvollen weit ausladenden weißen Hut Probe trug. Rosen gab es natürlich in Hülle und Fülle. Am Blumenstand, an dem man sich einen Rosenstrauß binden lassen konnte, oder beim Händler für ausgefallene Rosensorten: Henri Matisse, Pink Paradise oder Pompadour lauteten deren klangvolle Namen. „Das Interesse an Rosen ist ungebrochen, viele kennen sich sehr gut mit den Pflanzen aus“, ist die Erfahrung von Angelika Grün. Mit am Stand gefertigten Rosenblüten aus Silber gab die künftige Goldschmiedin Svenja Malysiak ihr öffentliches Debüt. Sieglinde und Manfred Enders von der Südpfälzischen Kunstgilde boten Malen für Kinder an, Marie Thora hatte ihre ausdrucksstarken Tonskulpturen ausgestellt. Für die Organisatorinnen Ruth Herzog, Heidi Kunze, Renate Winstel-Krebs und Pia Veith sind die vielen Besucher Lohn für die Arbeit mit Hunderten von Stunden über das Jahr. „Der nächste Rosenmarkt ist schon in Vorbereitung“, so Winstel-Krebs in einer kurzen Kaffeepause. Die Details, wie Rosenblätter auf dem Weg oder Rosenblüten und Köpfe auf den Tischen müssten stimmen, sagt sie. Und das Programm. Hutmodenschauen waren Hingucker, das Salonorchester spielte am Samstagabend zum Tanz, am Sonntag wurde zu klassischer Harfenmusik von Ute Jäger ein Rosenfrühstück angeboten und nachmittags wirbelten die vier Jahreszeiten, eine Künstlergruppe aus Stuttgart, durch den Schlossinnenhof . Ganz neu war die im doppelten Wortsinn herzogliche Kaffeetafel mit dem Café Royal von Gerhard Herzog vor dem Schloss, untermalt von Musik von Händel und dem Anblick traumhaft schöner Oldtimer. Der Kaffee wurde mit einem aufwendigen Gerät aus dem 18. Jahrhundert zubereitet, eben wie zu Zeiten von Herzogin Karoline, der einstigen Schlossherrin, in die der Rosenmarkt die Besucher ein wenig versetzte. (pfn)