Kreis Südliche Weinstraße Flüchtlinge als „Mit-Läufer“

91-72401179.jpg

„Die Stimmung war wie noch nie so gut“, schwärmt Rainer Brunck, Leiter des Hauses der Familie der Protestantischen Kirchengemeinde in Bad Bergzabern, vom jüngsten Sponsorenlauf für die Einrichtung. 109 Läufer gingen an den Start, zusammengekommen sind fast 11.000 Euro. Besonderheit: 17 Flüchtlinge sind mitgelaufen.

Es war der vierte Lauf durch die Innenstadt Bad Bergzaberns. Die Starter hatten im Vorfeld Sponsoren gesucht, die jede Ein-Kilometer-Runde mit einem individuellen Betrag honorierten. Zehn Euro pro Läufer legte die VR Bank dazu. Rund 20.000 Euro muss das Haus der Familie, das unter anderem die „Mahlzeit“ für Bedürftige oder das „Café Grenzenlos“ anbietet, durch Spenden finanzieren, seit vor vier Jahren Zuschüsse wegfielen. Tragende Säule der Finanzierung ist seither der Sponsorenlauf, alljährlich ein kleines Volksfest auf dem Marktplatz, das in diesem Jahr mit dem Kürbismarkt des Werbekreises zusammenfiel. „Die Veranstaltungen haben sich gegenseitig befruchtet“, findet Rainer Brunck. Gefreut habe er sich über die Spende des Werbekreises: Das Standgeld der Marktbetreiber in Höhe von 285 Euro ging ans Haus der Familie. Zu den Läufen: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Anne Zoller und Marcel Born mit 30 Runden, sprich 30 Kilometern. Nach der letzten Runde kamen sie Hand in Hand auf dem Marktplatz an. Spitzenreiter beim Werben von Sponsoren war ebenfalls Anne Zoller, 1700 Euro wurden allein für ihren Lauf gespendet. Nachdem ein Syrer sieben Runden barfuß gedreht hatte, wurde auf dem Marktplatz spontan für Sportschuhe gesammelt, in denen er weitere sechs Runden zurücklegte. Ein Läufer aus Eritrea konnte seine Badeschuhe mit einer Spende der Zuschauer gegen Sportschuhe eintauschen. Elf Runden haben die sechsjährigen Mädels Laura und Frieda geschafft. Jüngste Teilnehmerin war eine Zweijährige, die ihre Runden bequem im Kinderwagen drehen durfte. Mit zwölf Runden war der 80-jährige Bernd Behret der aktivste Senior. Hochwertige Laufschuhe spendete das Schuhhaus Thomas. „Derjenige, der regelmäßig zum Lauftreff kommt, wird sie bekommen“, kündigt Brunck an. (pfn)

x