Kreis Südliche Weinstraße „Finger weg von den Mandelbäumen“

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Bundesweit, vor allem in ganz Rheinland-Pfalz hat die geplante Fällung von neun Mandelbäumen in Oberotterbach für Reaktionen und Proteste gesorgt. Die Emotionen schlagen hoch in der Facebook-Gruppe „Mandelbaum“, die sich nach dem Artikel in der RHEINPFALZ am 10. Dezember gegründet hat und aktuell mehr als 900 Mitglieder hat. „Finger weg von den Mandelbäumen“, so die Forderung der Mitglieder.

„Schämt euch für so wenig Feingefühl“, schreibt ein Gruppenmitglied an die Adresse des Landesbetriebs Mobilität in Speyer (LBM), der den Radweg an dieser Stelle geplant hat. Die Tourismusregion Südliche Weinstraße werbe mit Mandelblüte, Mandelwochen und Mandelbäumen. „Gerade die alten Mandelbäume bei Oberotterbach sind ein Symbol an der Südlichen Weinstraße, das viel kennen“, so das Mitglied, das eine „problemlose Planung auch ein paar Meter weiter“ sieht. Fackeln brennen abends an den Bäumen, auf einem Plakat steht „Finger weg von den Mandelbäumen“. Wie berichtet, sollen neun mehr als 25 Jahre alte Mandelbäume und ein vor weniger Jahren gepflanzter Baum an der Weinstraße in Oberotterbach dem Bau eines Radweges zum Opfer fallen. Eine Planung des LBM, die der Gemeinde noch rechtzeitig aufgefallen ist. Ortsbürgermeister Heinz Oerther hat daraufhin Widerspruch eingelegt, die Widerspruchsfrist ist gestern abgelaufen. Dutzende von Einsprüchen sind allein bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Bad Bergzabern eingegangen, wie diese mitteilt. In der Facebook-Gruppe wird von Protestbriefen an Behörden oder an Umweltschutzorganisationen berichtet. „Ich gebe keine Ruhe, bis irgendein Verantwortlicher zugibt, dass er Bockmist gebaut hat“, schreibt ein Mitglied. Ein anderes hat sich an den Tourismusverein Südliche Weinstraße gewandt und teilt mit, dass dieser sein Anliegen prüfen will. „Wo sind die Grünen? Sind sie im Weihnachtsstress und müssen Tannenbäume schmücken?“, fragt sich ein weiterer Teilnehmer der Gruppe „Mandelbaum“, der auch Prominente wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler beigetreten sind. Die Antwort, die Thomas Matz von Landrätin Theresia Riedmaier bekommen hat, teilt er der Gruppe mit: „Soweit ich informiert bin, bemühen sich auch die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Bergzabern und der Bürgermeister darum, eine Korrektur in der Planung herbeizuführen und die Bäume nicht zu opfern.“ Sie selbst habe die Naturschutzbehörde gebeten, sich darum zu kümmern. „Die Facebook-Gruppe schenkt den Mandelbäumen symbolisch Kraft durch Feuer“ ist ein Video betitelt, in dem zwei Fackeln neben den Bäumen brennen. Ein Vorschlag in der Gruppe lautet, den 15. Dezember, den Tag, an dem die Einspruchsfrist abgelaufen ist, zum Tag des Mandelbaums zu ernennen. Vorwürfe gehen auch an Ortsbürgermeister Heinz Oerther, der als „Oberindianer“ bezeichnet wird, der die Unterlagen nicht richtig gelesen habe. Aufgefallen war die Fällung der insgesamt 17 Bäume zwischen Bad Bergzabern und Oberotterbach Landschaftsarchitektin Bettina Krell, die sich die rund 50 Dateien der Planung angesehen hat und einen erheblichen und nachhaltigen Eingriff in das Landschaftsbild befürchtet, wie sie in ihrer Stellungnahme schreibt. (pfn)

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