Kreis Südliche Weinstraße „Finde ich affenstark“

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Tausche dich und deine Klamotten aus und spende so ganz nebenbei für einen guten Zweck. Unter diesem Leitspruch stand die erste Kleidertauschparty im Haus der Familie in Bad Bergzabern am Freitag.

Etwa 15 Damen von jung bis ins mittlere Alter schauten mit geübtem Adlerauge und einem Glas Prosecco in der Hand durch die Kleiderstände. Ulrike Job aus Kapellen hat zusammen mit der Leiterin des Haus der Familie, Helga Schreieck, die Kleidertauschbörse organisiert und meint: „Ich kenne diese Partys von meiner Freundin aus Karlsruhe. Ich dachte mir, so was wäre auch für Bad Bergzabern nicht schlecht.“ Das Schöne daran sei, dass das, was die Frauen nicht mehr mitnehmen wollen, in die Kleiderkammer komme. „Und sie wissen ja“, fügt die Ideengeberin lachend hinzu, „man hat ja nie was anzuziehen und ist immer auf der Suche nach was Gescheitem.“ Im Vorbeigehen findet sie sogleich das passende „Arbeitsgerät“ – einen Overall, ideal für die Arbeit im Wingert oder im Garten. Sie schlüpft hinein – um dann festzustellen: Der ist ja für Männer. „Egal“, meint die Kapellenerin, „darin fühl’ ich mich wohl.“ Accessoires wie Gürtel, Handschuhe oder Schals liegen schön drapiert neben einem eleganten Badeanzug und eine große Einkaufstasche steht schon bereit. Auf dem Tisch nebenan reihen sich Hosen in allen Farben und Variationen. Birgit Bauer aus Klingenmünster hat einiges in ihrer Tasche zum Tausch mitgebracht. Darunter drei Paar besterhaltene Pumps. Die sind innerhalb kürzester Zeit weg. Sie schaut zwar etwas betrübt, als sie erklärt: „Ich kann leider keine Schuhe mit hohen Absätzen mehr tragen. Aber ich bin froh, dass sie andere glücklich machen.“ Fündig wird auch Corinna Grimm aus Hergersweiler. Sie meint: „Ich bin das erste Mal bei so einer Tauschbörse und finde es affenstark. Es gibt so viele Kleidungsstücke, die meinen Geschmack treffen. Ich gehe mit mehr nach Hause, als ich mitgebracht habe.“ Sie schlendert mit geübtem Auge durch die Angebote und bleibt bei Holzsandaletten in Roséoptik stehen. Die sind von Designerin Jette Joop. Gleich sind die Sommertreter anprobiert und mit einem „Oh, toll!“ im Korb verschwunden. Die 31-jährige Diana Wey aus Kapellen nahm die Tauschparty zum Anlass, ihren Kleiderschrank auszumisten. Auf der Party muss sie selbst erst mal schauen, ob was Geeignetes für sie dabei ist. Vor allem findet sie die netten Gespräche, die sich zufällig wegen eines Kleids oder Schuhen entwickeln, sehr schön. Aus Kapsweyer kommen Imme Colling und ihre Schwiegermutter Margit. Sie erzählen: „Diese Aktion ist gut, wenn man einige Fehlkäufe die ganze Zeit im Schrank aufbewahrt hat. Eine Gelegenheit, sich nach etwas anderem umzuschauen und die eigenen Sachen wegzugeben.“ Organisatorin Helga Schreieck, erklärt: „Bei der Tauschparty kommen viele Faktoren zusammen. Jede hat ,Altlasten’ im Schrank. Hier ist alles ,fer umme’. Der Aspekt Nachhaltigkeit trifft zu und natürlich die Lust am Stöbern und Ausprobieren. Die Kleiderparty könnte ein fester Bestandteil in der Angebotsreihe des Hauses der Familie werden.“ (alve)

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