Kreis Südliche Weinstraße Ferien: Jugendzentrum zu

820.000 Euro hat das Jugendzentrum in Bad Bergzabern gekostet. Jetzt sind Sommerferien und die Anlaufstelle für junge Menschen ist geschlossen. Ganze sechseinhalb Wochen. Das kann nicht sein, klagen Eltern und Jugendliche.
Gestern, um die Mittagszeit, standen erst eine Mutter mit vier Kindern und dann ein Vater vor verschlossener Tür und zogen kopfschüttelnd wieder ab. Zuständig für die Jugendarbeit in der Stadt ist der neue Beigeordnete Gerhard Rodrian (Grüne). Eigentlich schon im Urlaub in Übersee, meldete er sich gestern noch bei der RHEINPFALZ, weil auch ihm diese wochenlange Schließung gerade in den Sommerferien so nicht passt: „Nächstes Jahr müssen wir das anders machen.“ Ja, er habe Verständnis dafür, dass die Jugendlichen während der Sommerferien lieber etwas unternehmen wollten, als im Jugendzentrum zu sitzen, aber es könne nicht angehen, dass es gar kein Angebot vor Ort mehr in dieser Zeit mehr gebe. Freilich sei es schwierig, mit gerademal drei Jugendpflegern für die ganze Verbandsgemeinde eine solche Einrichtung offen zu halten, während viele Freizeitwochen auswärts begleitet werden müssten. Ein Problem hat Rodrian für sich ganz klar erkannt: Die von der Jugendpflege organisierten Freizeitwochen in den Ferien kosten Geld. Geld, das viele Eltern der Jugendzentrumsbesuchern nicht aufbringen können. Die meisten Kinder und Jugendlichen, die dort hingehen, sind Flüchtlinge, Migranten, Kinder, meist arbeitsloser und ausländischer Eltern. Die jüngste Stichprobe der RHEINPFALZ-Redaktion vor drei Wochen: 12 Jugendliche, 10 Syrer, 1 Iraker und ein Russlanddeutscher. Diese jungen Leute wollen sich integrieren, aber sie stehen vor verschlossenen Türen. (rww)