Kreis Südliche Weinstraße Fahrradführerschein für Flüchtlinge

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Strahlend fährt ein Teilnehmer gegen die Fahrtrichtung in die Einbahnstraße auf dem Übungsplatz. Das geht natürlich nicht, das Ganze noch mal. 13 Syrer sitzen an diesem Morgen auf ihren Drahteseln, um die Verkehrsregeln beherrschen zu lernen. Der Spaß kommt aber nicht zu kurz, es wird viel gelacht. Ein wichtiger Mann ist Moustafa Alothmann, der seit einem Jahr in Deutschland ist und ausgezeichnet deutsch spricht. Er übersetzt die Erklärungen der Polizeibeamten ins Arabische, damit keine Missverständnisse aufkommen. „Alle hier haben einen syrischen Führerschein, aber in Syrien wurde nicht viel Fahrrad gefahren. Jetzt fahren dort viele wegen des Krieges“, erzählt er. Das Problem seien unter anderem die Vorfahrtsregeln und Verkehrsschilder, die sie aus Syrien nicht kennen. „Es kann nicht schaden zu üben“, findet Samer, seit zwei Jahren in Bad Bergzabern. Er darf in Deutschland Auto fahren, jetzt fährt er auch Fahrrad, manchmal mit seiner kleinen Tochter im Kindersitz. Mit dabei sind auch der Seniorenreferent des Dekanats Bad Bergzabern, Rainer Brunck, der den „Fahrradführerschein“ initiiert hat. Und Günther Kaiser, der ehrenamtlich in der Fahrradwerkstatt des Hauses der Familie die gebrauchten Drahtesel auf Vordermann gebracht hat, die an Bedürftige weitergegeben werden. Zusammen mit Georg Heger, Uli Rabe und Wolfgang Schubert hat er seit 2015 140 gespendete Fahrräder fahrtüchtig gemacht. Die Fahrradspezialisten bringen den neuen Besitzern auch bei, kleine Reparaturen selbst auszuführen. „Die Spendenbereitschaft ist sehr groß“, freut sich Rainer Brunck. Mit der Initiative „Fahrradführerschein“ habe er auf Beschwerden von Bürgern reagiert, dass in der Stadt zu schnell oder gegen die Fahrtrichtung gefahren werde. „Bei der Theorie im Haus der Familie waren 35 Teilnehmer dabei“, erzählt Brunck. Währenddessen wird munter weiter geradelt, von Mario Roth beobachtet und notfalls korrigiert. „Hey, on the right side“, ruft er einem Teilnehmer zu. Abdullah ist mit 25 Jahren der jüngste, Kalhul mit 39 Jahren der älteste. „Sie sind alle bemüht und es macht Spaß“, finden die Polizisten, die gerne auf die Initiative des Seniorenreferenten eingegangen sind. Und der gibt noch einen Tipp: „Nicht Materialfahrer werden“. Will heißen: keine Vollbremsungen, die die Reifen verschleißen, und Räder nicht zum Abstellen in die Ecke werfen. |pfn

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