Kreis Südliche Weinstraße „Es war einmalig“

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BZA/Minfeld. „Es war einmalig, unvergänglich, erhebend“. Bei Rüdiger Burkhart aus Bad Bergzabern und Nicolas Wagner aus Minfeld sind die Emotionen noch spürbar. 24 Stunden waren die beiden in Rio de Janeiro, um den 1:0-Endspiel-Sieg Deutschlands gegen Argentinien bei der Fußball-WM in Brasilien zu sehen. Erfahren haben sie von ihrem Glück einen Tag vor dem Abflug.

Der Adrenalinspiegel ist immer noch hoch, wenn sie daran denken, dass sie live dabei waren, wie Deutschland Weltmeister wurde. Der 60-jährige Rüdiger Burkhart und sein 14-jähriger Neffe Nicolas sind Fußballfans. Und Mitglied im Fanclub der deutschen Nationalmannschaft. „Wir hatten uns beide schon darauf eingestellt, zuhause fernzusehen“, sagen sie. Dann kommt eine E-Mail vom Fanclub, dass für einen Flieger noch Tickets gebucht werden können. Die beiden können ihr Glück nicht fassen: Am Freitagnachmittag vor dem Endspiel kommt die Bestätigung, dass es am Samstag losgeht. „Die Party ging schon in Frankfurt los mit Buffet und Samba-Tänzerinnen, bevor 240 Fußballfans mit allem, was man so an Fanartikeln dabei hat, ins Flugzeug gestiegen sind“, erzählen die beiden. Der Zwölf-Stunden-Flug endet um 4 Uhr morgens in Rio de Janeiro, dann geht es zur WM-Party an die Copacabana. „So früh habe ich noch nie Bier getrunken“, schmunzelt Rüdiger Burkhart. Sein Neffe sollte aber Rio nicht verlassen, ohne die Christus-Statue gesehen zu haben. „Es war ein Erlebnis“, schwärmt Nicolas, auch wenn der Weg wegen langer Warteschlangen drei Stunden gedauert hat. Zurück bei den Fans ging es geschlossen zum Stadion. „Wir haben nur gesungen“, erinnern sich die beiden an den Fußmarsch zur Metro. Kurz vor 14 Uhr erreichen sie Block F im Maracanã-Stadion. Bis die Mannschaften einlaufen, wird gefeiert. „Die deutschen Spieler haben sich in unserer Ecke warm gemacht, das konnten wir gut sehen“, sagt Nicolas. Dann habe das Hangen und Bangen begonnen. „Wir hatten Angst, dass die Deutschen verlieren“, sagen die beiden. Aber alle Fans seien mit Herz und vollem Körpereinsatz dabei gewesen. „Immer wenn es brenzlig wurde für Deutschland, sind alle hochgesprungen“, erzählt Nicolas. Ein Schock sei das Abseitstor der Argentinier gewesen. Aber dann die 113. Minute in der Verlängerung: „Auf einmal hat der Ball im Netz der Argentinier gewackelt, das Stadion hat gebebt.“ Beim Schlusspfiff seien sich dann alle in den Armen gelegen. „Hurra, hurra, die Weltmeister sind da“, sei der neue Fangesang zur Preisverleihung und dem „Weltklasse Feuerwerk“ gewesen. „Die Metro hat auf der Rückfahrt gewankt, alle haben uns gratuliert, die Argentinier haben mit uns gesungen“, schildern die beiden Eindrücke. Wieder geht es zur Fan-Meile, wo wegen der vielen Fans kein Strand mehr zu sehen ist, bis es Zeit zum Abflug war. Im Flieger wird gefeiert. Müdigkeit? Keine Sekunde versichern die beiden, die um 19.58 Uhr wieder in Minfeld eintreffen. Denn sie bekommen noch eine ganz besondere Erinnerung. In der Tagesschau sind sie in vollem Fan-Ornat zu sehen, als sie aus dem Flieger steigen. Und sie würden morgen sofort wieder einsteigen – für den Fußball. (pfn)

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