Landau / SÜW
Erste Frist für Führerschein-Umtausch verstrichen
Kaum hat der verpflichtende Umtausch der grauen Lappen und rosafarbenen Papierführerscheine in EU-weit einheitliche und fälschungssichere Dokumente begonnen, stockt es in den Führerscheinstellen. Aufgesucht werden sie von Menschen der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958, die ihre Dokumente vor 1999 erhalten haben. Sie sollten ihre alten Fahrlizenzen eigentlich schon bis Mitte Januar gegen neue umgetauscht haben. Wegen des erhöhten Andrangs wurden hier und dort in den Verwaltungen zusätzliche Kräfte eingestellt. Später wurde noch angeboten, die neuen Ausweise den Antragsstellern postalisch zukommen zu lassen, um ihnen den zweiten Gang in die Rathäuser zu ersparen. Doch die coronabedingten Einschränkungen hat für solch eine Verzögerung gesorgt, dass die erste Frist nun bundesweit verlängert wurde.
Im Landkreis SÜW sind in der ersten Umtausch-Runde etwa 6500 Bürger betroffen. Mehr als die Hälfte der Führerscheine dürfte bereits umgeschrieben worden sein, teilt die Kreisverwaltung mit. In der Stadt Landau wurden in dieser Angelegenheit rund 950 Fälle bearbeitet, auf geschätzt mehr als 3500 Landauer dürfte die Umtauschfrist nach Angaben der Pressestelle zutreffen. Sie können ihre Führerscheine nun bis zum 19. Juli umtauschen. Erst danach droht ein Bußgeld, wer die zusätzlich gewährte Frist verpasst hat.
Ablauffrist festgesetzt
Genaue Zahlen zu den Umtauschanträgen lassen sich nach Angaben der Behörden nicht feststellen, da die alten Papierführerscheine nicht zentral erfasst sind. Ebenso wenig bekannt ist, wie viele der Führerscheininhaber verstorben sind oder ihren Wohnsitz gewechselt haben. Schließlich sind sie nicht dazu verpflichtet, sich nach einem Umzug in einen anderen Landkreis oder in eine andere Stadt bei der Führerscheinstelle zu melden.
Hinzu kommt: Wer nach dem Jahr 2013 seinen Namen geändert oder eine weitere Fahrzeugklasse erworben hat, den Führerschein verloren oder gar gestohlen bekommen hat, der hat bereits das EU-einheitliche Dokument im Scheckkartenformat in der Tasche. Dieser neue Führerschein ist zwar auch nicht für immer gültig, allerdings muss er erst nach 15 Jahren durch einen neuen ersetzt werden. So oder so sind die Zeiten vorbei, in denen Fahrlizenzen ein Leben lang genutzt werden konnten.
Durch den laufenden „Zwangsumtausch“ werden in den Führerscheinstellen mehr Fälle bearbeitet als zuvor. Wie die Kreisverwaltung SÜW mitteilt, sind seit Oktober vergangenen Jahres trotz der coronabedingten Einschränkungen bereits 2360 Umtauschanträge bearbeitet worden. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2020 lag die Zahl gerade bei rund 650. Aktuell sind es monatlich rund 500.
Bis zum Jahr 2033 sollen innerhalb der Europäischen Union alle Führerscheine einheitlich und fälschungssicher sein. Das läuft gestaffelt ab und hängt mit dem Geburtsjahrgang des Inhabers oder dem Ausstellungsdatum des Dokuments ab.
Leseraktion
Wer nach der bestandenen Fahrprüfung einen grauen oder rosafarbenen Papierführerschein in den Händen gehalten hat, erinnert sich an Zeiten, in denen es auf der Straße ganz anders zuging als heute. So gab es weniger Verkehr, auch deshalb, weil viele Haushalte nur ein Auto besaßen – wenn überhaupt. Es konnte oder wollte sich zudem nicht jeder einen Führerschein leisten. Und die Spritpreise waren natürlich ganz andere. Was haben Sie in den ersten Jahren nach der bestandenen Führerscheinprüfung erlebt? Was war Ihr erstes Fahrtziel? Welches Abenteuer haben Sie mit dem Auto gewagt? Melden Sie sich gerne bei uns in der Lokalredaktion in Landau per E-Mail unter der Angabe Ihrer Kontaktdaten an redlan@rheinpfalz.de.