Kreis Südliche Weinstraße Erst verkaufen, dann bauen

Der Bau eines neuen Bürgerhauses liegt für die Ortsgemeinde Lug noch immer auf Eis. Bevor die Gemeinde ihre mit allen Mängeln des hohen Alters behaftete Gemeindehalle nicht verkauft hat, darf sie nicht neu bauen.
Dafür muss sie sich vorher mit dem Turnverein Lug über dessen eingetragene Rechte an eben dieser geeinigt haben. Bisher ist das nicht gelungen. Über Jahre nicht (die RHEINPFALZ berichtete mehrfach darüber) Auch der von Landrat Hans Jörg Duppré angemahnte neuerliche Versuch sei gescheitert, informierte Ortsbürgermeister Hermann Rippberger den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Entsprechend legt die Ortsgemeinde den Bauvorbescheid zu dem vom vorherigen Gemeinderat als Alternative angedachten Umbau vom Kindergartengebäude in ein Bürgerhaus auf Eis. Die Kirchenstiftung Lug, derzeit noch Träger des dort aktiven Kindergartens, will die Gebäude verkaufen. Die Ortsgemeinde sieht den Kindergarten, in dem Kinder aus Lug und Dimbach betreut werden, als wichtigstes Angebot für junge Familien im Ort und will ihn dort erhalten. Die 22 Plätze seien voll belegt, vier Kinder stehen auf der Warteliste, sieht der Ortsbürgermeister seine Gemeinde darin bestätigt. Der Gemeinderat nahm beide Informationen wortlos zur Kenntnis. Der zweiten Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) stimmte der Luger Gemeinderat im Bezug auf Ziel 31, Satz 2 und 3 nicht zu. Dabei geht es darum, dass die Gemeinden verpflichtet werden sollen, vor der Neuausweisung von Wohnbauflächen zu prüfen, ob noch verfügbare Flächen im Innenbereich vorhanden sind. Die Gemeinde bemühe sich darum, dass die jungen Leute im Ort bleiben oder zuziehen. Darum komme sie ihnen bei ihren Bauwünschen entgegen, sagte Rippberger. Der Rat war sich einig, dass die neue Verordnung den demografischen Wandel im Dorf eher fördere als ihm entgegen zu steuern. (brö)