Kreis Südliche Weinstraße Erlenbachstreit: Heimatforscher spricht von zwei Bächen

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Heimatforscher Peter Körner und seine Tochter Christiane Körner haben recherchiert, um im Erlenbachstreit aus ihrer Sicht die Ausführungen des Bad Bergzaberner Müller- Meisters Hermann Augspurger zu widerlegen.

Der hatte einem Leserbrief von Körner widersprochen, dass es in Bad Bergzabern nur den Erlenbach und nicht zudem den Woodbach gibt. Laut Augspurger gibt es in der Kurstadt nur einen Bach, der allerdings zwei Namen habe: In der Stadt heiße das Rinnsal Woodbach, östlich und westlich der Stadtgrenzen erst und dann wieder Erlenbach. Darüber hinaus habe es auch keinen Mühlkanal im Innenstadtbereich gegeben, so Augspurger. Dem tritt jetzt Körners Tochter, Christiane Körner, mit den Ergebnissen ihrer gemeinsamen Recherche mit Vater Peter Körner entgegen. Sie schreibt, der Inhalt von Augspurgers Stellungnahme in der RHEINPFALZ vom 19. November beruhe „lediglich auf der persönlichen Meinung einer einzelnen Person“. Ihr Vater sei ein in Bad Bergzabern anerkannter Ortschronist, „der sich bereits mehrfach um die Stadt verdient gemacht hat“. Nun sei er beleidigt worden, „in dem ihm Sachkenntnis abgesprochen und er mit ,Märchenerzähler’ betitelt werde. Zur Sache: Peter Körner habe nie in Zweifel gestellt, dass die seit 1430 urkundlich erwähnte Stadtmühle, wie alle neun anderen früheren im Umfeld der Stadt betriebenen Wassermühlen und Sägewerke, über Mühlkanäle mit aus dem Erlenbach abgeleitetem Wasser betrieben worden seien. Aufgrund der Hochwassergefahr seien die Mühlen niemals unmittelbar an den Flusslauf gestellt worden, sondern das Wasser sei in einen Kanal geleitet worden, um es regulieren zu können, schreibt Körners Tochter in ihrer Stellungnahme und beruft sich auf das Werk „Geschichte der Pfälzischen Mühlen“ aus dem Jahr 1978. Das sei auch im erweiterten Stadtgebiet von Bergzabern geschehen. Diese Mühlkanäle seien heute noch vorhanden und man finde sie beispielsweise bei der „Augspurger Mühle“ und beim „Hotel Pfälzer Wald“ (ehemals „Rheinhardtsmühle“), wo sie noch Wasser führten, so Körner. Im Artikel vom 19. November erwähnt Müllermeister Augspurger auch die Ölmühlen Behret und Boßlet. Christiane Körner dazu: Darüber hinaus seien auch noch die Sägemühle Behret (westlicher Parkplatz am Kurpark) und die Getreidemühle der Gebrüder Augspurger (heute Kurparkcenter) mit Wasser aus dem Mühlkanal versorgt worden. Was den Erlenbach betrifft, so sei seine Quelle im Pfarrgarten von Birkenhördt schon seit Längerem versiegt und sein Oberlauf bis zum östlichen Ende des Dorfes trocken gefallen. Jedoch erhält der Bach Zulauf aus anderen Quellen, dem Anbach und Steinbach. Augspurger bestreite das Vorhandensein eines größeren Sammelschachtes (nicht 1920 sondern 1955 erbaut). „Ein Blick in die städtischen Bauunterlagen beweist jedoch das Gegenteil“, stellt Körner für sich und ihren Vater klar. Am Böhämmerweg kämen der Erlenbach und der Mühlenkanal zusammen. Denn hier werde der überwiegende Teil des Erlenbachwassers in den „Mühlkanal“, den früher offen liegenden „Woodbach“ (auch Mühlbach, Stadtbach genannt) eingeleitet, schreibt Körner. Nachdem das Wasser seinen Weg über das Wasserrad der Stadtmühle (der Mühle von Hermann Augspurger) genommen habe, komme es in der Königstraße (früher Bachgasse) an und nehme dann verrohrt seinen Weg nach Osten, bis es hinter dem Schlachthof wieder in Erscheinung trete. Dort treffe der Mühlkanal auf den Erlenbach. Zum Schluss zitiert Körner den Chronisten Fritz Jäger: „Der Erlenbach umfließt unser Städtlein im Süden und vereinigt sich in der unteren Vorstadt (Bahnhof) mit dem Mühlbach.“ (rww)

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