Kreis Südliche Weinstraße Entdeckungstour durch den Wald
Etliche Klassen aus Annweiler, Hauenstein, Hinterweidenthal, Münchweiler/Rodalb, Lemberg, Clausen, Merzalben und dem Elsass waren nach Wilgartswiesen angereist, um die Natur auf spielerische Art zu entdecken. Ausgerichtet werden die Waldjugendspiele, die es in ganz Rheinland-Pfalz von April bis Juli gibt, von den Landesforsten und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Zusammenarbeit mit den Ministerien für Umwelt, Wirtschaft und Bildung. Neben dem Wissen um Wald und Natur soll bei den Kindern und Jugendlichen Verständnis für den Wald als Teil der natürlichen Umwelt geweckt und somit das Umweltbewusstsein gefördert werden. Auf den Waldtag hatten sich die Schüler bereits eingestimmt. Sie hatten sich mit „Wald-Kunst“ beschäftigt und zum Thema „Waldtiere gestalten unsere Wälder“ oder „Baum der vier Jahreszeiten“ aus Naturmaterialien Waldkunstwerke hergestellt. Die eingesandten Fotos waren Bestandteil des Wald-Wettbewerbs. Dessen Organisation hatten das Forstamt Hinterweidenthal und seine Mitarbeiter übernommen, unterstützt von benachbarten Forstämtern. Etwa 40 Forstbeamte und Forstwirte waren beteiligt. Jede Klasse hatte einen Forstpaten bei sich. Auf dem drei Kilometer langen Parcours mit elf Stationen mussten sich die Kinder Informationen einprägen, um anschließend das erlangte Wissen spielerisch anzuwenden. So begleitete der Umweltbildner in Natur- und Landschaftspflege, Bernhard Gläßgen, die 20 Kinder der dritten Klasse der Grundschule Wernersberg, einer Außenstelle der Grundschule Annweiler, mit ihrer Klassenleiterin Kerstin Bartenschlager auf der Wanderstrecke. Gläßgen erläuterte die Aufgaben und bewertete die Leistungen anhand einer Punkteskala. Die erste Unterrichtseinheit befasste sich mit den Waldbaumarten. An der „Inputstation Bäume“ empfing Ausbildungsunterstützer Georg Binder die Gruppe mit einem Tisch voll ausgelegter Rindenteile, Zweige und Früchte der häufigsten Nadel- und Laubbäume. Die galt es, einander zuzuordnen und sich ihre Beschaffenheit zu merken. Denn im Wald mussten anschließend die dazugehörenden Bäume erkannt werden. Die Kinder lernten so den unterschiedlichen Aufbau von Fichten- und Tannenzapfen kennen oder beobachteten an einem kranken Baum die Fressgänge des Borkenkäfers. Lebhaft diskutierten die Schüler an den aufgestellten Fühlkästen, wo ertastet werden musste, welche Zweige, Blätter oder Früchte dort verborgen waren. Zur Entspannung ging es beim Baumscheibenspiel um Geschicklichkeit. Da wurde die Zeit gemessen, die die Gruppe brauchte, eine Strecke lediglich auf Baumscheiben zurückzulegen. Dabei reichten die Schüler jeweils eine überzählige Scheibe nach vorne und benutzten sie wieder. In einer anderen Einheit ging es bei dem Begriff Nachhaltigkeit um ökologische Funktionen und Klimaschutz. Die Kinder erfuhren, dass nur so viel gefällt werden darf, wie nachwachsen kann. In der Rolle von Forstleuten „praktizierten“ sie mit aufeinander gesetzten Baumscheiben nachhaltige Forstwirtschaft. Auch den Wildtieren war eine Einheit gewidmet mit Zuordnungsübungen, Unterscheidungsmerkmalen und Schritten zur Erhaltung des Lebensraums. Den Siegern winkten 100 Euro, von der Sparkasse Südwestpfalz gestiftet. Die Forstleute vergaben auch Sachpreise wie den Besuch des Kurpfalzparks Wachenheim oder eine Übernachtung in der Weißenberghütte. Das beste Wald-Kunstwerk wurde ebenfalls mit 100 Euro bedacht. |ppo DOPPELTERZEILENUMBRUCH