Kreis Südliche Weinstraße „Energiewende wird ein Erfolg“
Ich bin davon überzeugt, dass die Energiewende ein Erfolg wird. Und zwar deshalb, weil die Menschheit durch den Klimawandel, den sie selbst erzeugt hat, vorangetrieben wird. Man kann das auch daran erkennen, dass die internationalen Bestrebungen zunehmen, den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass Sie Gastredner bei den Pleisweiler Gesprächen sein werden? Ich bin mit Organisator Albrecht Müller befreundet. Er ist auch auf einer von mir organisierten Medienkonferenz in Kassel aufgetreten. Wie er bin auch ich friedenspolitisch tätig. Der chinesische Batteriekonzern CATL wird in Thüringen die größte Elektrobatteriefabrik in Europa bauen. Als Grund für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller werden immer wieder zu hohe Strompreise ins Feld geführt, gleichzeitig fordern Interessenverbände die Befreiung von der EEG-Umlage und Subventionen. Können Sie die Haltung nachvollziehen? Ich halte das für Unsinn, und zwar deswegen, weil die stromintensive Industrie für die Batteriezellenproduktion sowieso ein Ausnahmebereich ist, der von der EEG-Umlage und von der Stromsteuer weitestgehend befreit ist. Die stromintensive Industrie hat in Deutschland die besten Industriestrompreise von Europa. Wie sähe denn Ihrer Meinung nach eine ideale, dezentrale Stromversorgung in Deutschland aus, und welche Vorteile würden Sie sich davon erhoffen? Die Demokratisierung ist ein wichtiger Punkt. Heißt also: weg von den Monopolen der großen Energiekonzerne. Damit würden Möglichkeiten für den sogenannten „kleinen Mann“ entstehen, selbst die Energieerzeugung erneuerbar und ökologisch sinnvoll zu gestalten. Wie erklären Sie sich die Ihrer Meinung nach tendenziöse Berichterstattung zu dem Thema Energiewende, wie Sie das etwa in Ihrem Artikel „Mit vollem Rohr dagegen. Die FAZ und die Energiewende“ behaupten? Mir ist sie ehrlich gesagt ein Rätsel. Der Journalist, der für diese Artikel im Wesentlichen verantwortlich ist, ist ein ausgezeichneter Fachmann. Das Merkwürdige ist, dass in vielen Berichten die Hälfte fehlt, da werden nur die negativen Aspekte erwähnt, und die positiven Aspekte fehlen. Info —Die 29. Pleisweiler Gespräche sind am kommenden Sonntag um 11 Uhr im Weingut Wilker, Hauptstraße 30, in Pleisweiler-Oberhofen. Der Eintritt ist frei. Plätze sind noch vorhanden. Um Anmeldung wird gebeten per Mail an pleisweilergespr@nachdenkseiten.de. —Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.nachdenkseiten.de. | Interview: Nils HenkeDOPPELTERZEILENUMBRUCH