Landau / Bornheim RHEINPFALZ Plus Artikel Elterninitiative kämpft für einen neuen Schulweg

Die Grundschule in Dammheim wird auch von Kindern aus Bornheim besucht.
Die Grundschule in Dammheim wird auch von Kindern aus Bornheim besucht.

Eine Elterninitiative aus Bornheim kämpft darum, dass ihre Kinder sicherer zur Grundschule nach Dammheim kommen. Die Gemeinde bietet die Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen. Im Fokus der Diskussion steht ein Feldweg.

In Annweiler wurden kürzlich Warnfiguren an Straßenabschnitten aufgestellt, um Autofahrer dafür zu sensibilisieren, etwas stärker auf die Bremse zu treten. Damit vor allem Kinder sicherer zur Kita und zur Grundschule kommen. In Edenkoben hatte der Elternbeirat der Grundschule Ende vergangenen Jahres Lokalpolitiker zu einem morgendlichen Rundgang eingeladen, um auf Gefahrenstellen für junge Fußgänger auf dem Weg zum Unterricht hinzuweisen. Nun gehen auch Mütter und Väter aus Bornheim in die Offensive, damit ihre Sprösslinge wohlbehalten zur Grundschule nach Dammheim gelangen – abseits von viel befahrenen Straßen.

Ausgangspunkt für die Initiative ist das Wohngebiet Steinsteg im südlichen Bereich der Gemeinde. Dort haben sich vor etwa zehn Jahren die ersten Familien niedergelassen. Und nach Aussagen von Bornheims Ortsbürgermeisterin Elke Thomas sind manche Anwohner seit fast ebenso langer Zeit mit der Gemeinde im Gespräch, um einen Schulweg zur Grundschule nach Dammheim auszuweisen.

Verkehr morgens von Elterntaxis dominiert

Fakt ist: Im Ort gibt es bereits einen Schulweg. „Den habe auch ich genommen, als ich noch ein Kind war“, berichtet Thomas. An der Ortsdurchfahrt, in Höhe des Rheinland-Pfälzischen Storchenzentrums, weist ein Schild auf diesen Weg hin. Wer die Grundschule als Ziel hat, biegt dort am nordöstlichen Ortsrand nach links in eine Straße ab, die fast geradlinig zur Einrichtung führt. Auf diesem Abschnitt gilt Tempo 30. Abgesehen von den wenigen Anwohnern nutzen diese Route die Schüler beziehungsweise die sogenannten Elterntaxis, wie Thomas erklärt.

Ein paar der im Wohngebiet Steinsteg lebenden Familien kämpften um einen zusätzlichen Schulweg, der von ihrem Viertel ausgehend hauptsächlich auf einen Feldweg weiter zur Grundschule führt. Beginn der Strecke ist an der Ecke Mörlheimer Straße/Am Hopfgarten. Wer diesen Weg ins Grüne beschreitet oder mit dem Rad befährt, muss nicht wie die anderen Kinder aus dem Dorf bis zur Hauptstraße und von dort weiter bis zur Schule. Die Gemeinde hat allerdings stets abgelehnt, dem Wunsch der Eltern nachzukommen. Aus verschiedenen Gründen, wie Elke Thomas erklärt.

Gemeinde will keine Verkehrssicherungspflicht

In erster Linie geht es der Gemeinde darum, sich nicht haftbar zu machen, wenn einem Kind auf diesem gewünschten Schulweg etwas zustoßen sollte. Schließlich müsste sie durch Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass niemand zu Schaden kommt. Stichwort Verkehrssicherungspflicht. So müsste der Weg unter anderem frei von Hindernissen sein, abgesehen von der nötigen Beleuchtung.

Und doch bewegt sich in dieser Angelegenheit etwas: Die Gemeinde kommt den Familien entgegen, indem sie ihnen gewährt, den Abschnitt schottern zu lassen. Damit die Kinder auch in der kalten Jahreszeit mit dem Rad vorankommen, selbst bei Schmuddelwetter und nach längeren Regenfällen. Dann sei es für die radelnden Mädchen und Jungen besonders beschwerlich, ihr Ziel zu erreichen, wie Thomas berichtet. Im Frühjahr und im Sommer dürfte es aus Sicht der Gemeinde hingegen keine Probleme geben.

Elterninitiative schweigt zum Projekt

Die Gemeinde nimmt in Kauf, im Anschluss an diese Aktion eine andere Fläche ökologisch aufzuwerten. Denn auch wenn durch die Maßnahme keine Grünfläche versiegelt werde, werde Insekten und Co. ein Lebensraum genommen. Deshalb müsse diese Ausgleichsfläche geschaffen werden.

Die Landwirte hätten derweil keine Einwände, so lange sie nicht an den Kosten beteiligt werden, indem beispielsweise Mittel aus dem Feldwegehaushalt dafür aufgewendet werden. Um das Projekt finanziell stemmen zu können, hatte die Elterninitiative Spenden gesammelt. Benötigt wurden 4000 Euro, um die geschätzt ein paar Hunderte Meter in Richtung der Grundschule schottern zu lassen.

Wie sieht es in Dammheim aus?

In dem Schreiben, das die Initiative in Umlauf brachte, heißt es: „Wir wissen, es ist eine große Summe, aber wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Projekt gemeinsam stemmen können.“ Somit hätten die Kinder eine direkte Verbindung zur Schule, der ihnen darüber hinaus ermögliche, auch zu schulfreien Zeiten auf einem sichereren Weg zu Freunden in Dammheim zu radeln. Auf Anfrage der RHEINPFALZ möchte sich die Elterninitiative nicht zu ihrem Projekt äußern.

Die Maßnahme beschränkt sich nur auf dem Abschnitt auf Bornheimer Gemarkung. Wie Thomas berichtet, ist der Feldweg auf Dammheimer Gemarkung in einem anderen, befahrbaren Zustand. Dort wird kein Handlungsbedarf gesehen, bestätigt auch Ortsvorsteher Florian Maier. Zumal die Kinder aus dem Landauer Stadtdorf den Feldweg nicht nehmen müssen, um zur Grundschule zu gelangen. Wenn, dann steht die Alte Bahnhofstraße im Fokus einer Schulweg-Debatte. Dadurch, dass die westlich der Fahrbahn lebenden Kinder diese stärker befahrene Verkehrsachse überqueren müssen. Um Autofahrer zum langsameren Fahren zu animieren, haben auch die Dammheimer Warnfiguren, sogenannte Streetbuddies, wie in Annweiler aufgestellt.

Vom Wohngebiet ausgehend, führt ein Feldweg in Richtung Grundschule, die rechts oben zu erahnen ist.
Vom Wohngebiet ausgehend, führt ein Feldweg in Richtung Grundschule, die rechts oben zu erahnen ist.
In der Bornheimer Ortsdurchfahrt ist der Schulweg ausgeschildert.
In der Bornheimer Ortsdurchfahrt ist der Schulweg ausgeschildert.
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