Rhodt Einstige Schlosserei soll zu Mehrfamilienhaus werden

Das Haus rechts am Bauschuttcontainer, das einst eine Schlosserei war, soll zu neuem Leben erweckt werden.
Das Haus rechts am Bauschuttcontainer, das einst eine Schlosserei war, soll zu neuem Leben erweckt werden.

Auch in der Gemeinde Rhodt gibt es einige ältere, leer stehende Gebäude, gerade im Bereich des Dorfmittelpunkts. Eines der Häuser soll nun eine neue Bestimmung erhalten, das gerade Landwirten in der Region bekannt sein dürfte.

In der Nähe des Rhodter Eichplatzes soll ein historisches Gebäude zu neuem Leben erweckt werden. Im Gespräch sind sieben Wohnungen, die zwischen 60 und 120 Quadratmeter groß sein sollen. Der Investor hat seine Pläne bereits dem Gemeinderat präsentiert. Wie Ortschef Armin Pister berichtet, gewann er damit das Gremium für sich, das seinen anschließend eingereichten Bauantrag positiv beschieden hat.

Dieses Haus im Dorfmittelpunkt dürften gerade Landwirte aus der Region gut kennen. Im Erdgeschoss ist nämlich noch ein Schaufenster zu sehen. Dort stellte einst die Firma Krieger ihre neuen Schmalspurschlepper aus, welche Passanten bewundern konnten. Nach Angaben des Dorfhistorikers Günter Baumann ist das Gebäude seit Jahrzehnten unbewohnt. Wie Ortschef Pister berichtet, seien in der Vergangenheit mehrfach Bürger an ihn und Mitglieder des Gemeinderats herangetreten. In der Hoffnung, es werde etwas getan, damit das Gebäude nicht immer weiter verfällt. Deswegen sei man froh, dass Investor sich des denkmalgeschützten Gebäudes annehmen möchte.

„Füllungen des Fachwerks sind verschwunden“

„Die Füllungen des wunderschönen Fachwerks sind verschwunden“, merkt Dorfhistoriker Baumann mit Blick auf das Gebäudeteil rechts des Torbogens an. Erbaut wurde das Haus in der Weinstraße im Jahr 1616. Belegt wird das durch die Jahreszahl im Schlussstein des Torbogens. „Unterhalb der Jahreszahl ist der sogenannte Rhodter Engel zu erkennen, der an weiteren elf Torbogen im Ort nachgewiesen ist“, teilt Baumann mit.

Auch am Gebäude gibt es Hinweise darauf, wer darin gelebt hat. So deuten die Zunftzeichen in zwei Fenstergewänden zur Weinstraße hin, dass dort ein Wagner und ein Küfer ihr Domizil hatten, und zwar in den 1750er-Jahren. 1926 ging es in die Hände des Schlossers Fritz Krieger über. Er und später sein Sohn betrieben im Erdgeschoss die bekannte Schlosserei Krieger. Im Jahr 1949 sei dann die Schlosserei in die Mühlgasse verlagert worden. „Dort entwickelte Fritz Krieger in späteren Jahren die Fertigung von Schmalspurschleppern, weiterhin bekannt unter den Namen Kruni“, berichtet Baumann.

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