Kreis Südliche Weinstraße Einkaufen mit Berechtigungsschein

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Ununterbrochen gehen Leute aus und ein, manche finden, was sie dringend brauchen, andere haben vielleicht beim nächsten Mal Glück. Es ist was los im Möbellager des Hauses der Familie und der Diakonie, das mal wieder umziehen musste. Seit Anfang Oktober werden die neuen Räume genutzt. Diese sind nicht mehr in Bad Bergzabern, sondern im ehemaligen Raiffeisenlager in Kapellen-Drusweiler, das der Gemeinde gehört.

„Die Nachfrage ist riesig“, sagt Gabriele Brodny. Sie und ihre Tochter Jeanette Brodny arbeiten viele Stunden wöchentlich für das Möbellager: Sie sind da, wenn geöffnet ist, sortieren und arrangieren die Sachen, die geliefert werden, koordinieren die Fahrten und nehmen zahllose Telefonate auch außerhalb der Öffnungszeiten an. Das Prinzip des Möbellagers ist, dass Menschen Möbel und Hausrat abgeben, den sie nicht mehr brauchen, für diejenigen, die sich keine neuen Dinge leisten können. Mit einem Berechtigungsschein darf dann gegen einen kleinen Obolus im Möbellager eingekauft werden, fünf Euro zusätzlich kostet die Lieferung. Dafür steht ein von Spenden finanzierter Transporter zur Verfügung, den Alexander Kampeder und Michel Claus fahren, um Möbel abzuholen und zu liefern. Ehrenamtlich. Rund 160 Quadratmeter groß ist das ehemalige Raiffeisenlager und voll mit Möbeln, Elektrogeräten und Geschirr. Und es gibt eine Küche und eine Toilette. „Das ist Luxus“, finden die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Denn in den bisher drei Möbellagern, die in den vergangenen zehn Jahren in Bad Bergzabern betrieben wurden, gab es das nicht. „Wir zahlen aber auch das erste Mal Miete, 200 Euro im Monat“, sagt der Leiter des Hauses der Familie, Rainer Brunck. Zusammen mit den laufenden Kosten für das Auto brauche das Möbellager rund 400 Euro pro Monat, informiert Brunck. Geld, dass durch die Einnahmen gedeckt werden muss. „Es ist räumlich und fahrzeugtechnisch die beste Lösung, die wir je hatten, aber es ist auch die monatliche Sorge, ob das Geld zusammenkommt“, so Brunck. Rund 20 Anrufe nimmt Gabriele Brodny an den Dienstagen und Donnerstagen entgegen, an denen das Möbellager geöffnet ist. Sie hat inzwischen eine Bestellliste angelegt, die immer länger wird. „Wenn etwas reinkommt, das gebraucht wird, rufe ich die Leute an“, erzählt sie. „Haben sie einen kleinen Herd und einen Toaster?“, fragt ein Herr. Seine Wünsche kommen auf die Bestellliste. Indessen wird auch die Liste für die Fahrer immer länger. „Für morgen habe ich schon vier Touren, drei Abholungen und eine Auslieferung, wahrscheinlich wird es noch mehr“, sagt Gabriele Brodny. Ausgeliefert werde täglich einmal, manchmal zweimal. Besonders gefragt seien zurzeit Kühlschränke, Herde, Gefriertruhen, Betten und Kleiderschränke. Im Augenblick kommen laut Brodny sehr viele syrische Flüchtlinge. „Gestern haben wir eine Wohnung für eine sechsköpfige Familie eingerichtet“, erzählt die resolute Managerin des Möbellagers. Und inspiziert die Weihnachtsdekoration, die noch in Kartons verpackt ist, jetzt aber in die Regale soll. Und mit der auch das Möbellager ein bisschen geschmückt wird. Und im Winter gibt es dann für die Kunden auch einen Kaffee zum Aufwärmen. Gabriele Brodny freut sich über die Akzeptanz in der Gemeinde, darüber, dass Bürger einfach vorbeischauen und gelegentlich auch Leckereien für das „Personal“ mitbringen. „Es macht Spaß“, sagt sie.

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