Offenbach / Herxheim
Einbußen: Südpfalzwerkstatt spürt Insolvenz von Nolte Möbel
„Schon in den letzten Monaten waren die Auftragszahlen im Zusammenhang mit der Firma Nolte rückläufig“, teilt Dennis Christmann von der Pressestelle der Lebenshilfe Südliche Weinstraße auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Beziehe man diesen Umstand mit ein, seien etwa 120 Mitarbeiter mit Behinderung in den Offenbacher Werken der Südpfalzwerkstatt von den Auswirkungen der Insolvenz des Germersheimer Möbelherstellers betroffen. Hinzu kämen 20 bis 30 weitere Mitarbeiter an den Standorten Herxheim und Wörth. Die Zusammenarbeit zwischen der Südpfalzwerkstatt und der Firma Nolte besteht seit dem Jahr 2001.
Einbußen im sechsstelligen Bereich
Aktuell lägen neue Bestellungen über den Insolvenzverwalter vor. Der finanzielle Schaden, der mit der Nolte-Möbel-Insolvenz einhergehe, liege im sechsstelligen Bereich“, ergänzt Martin Heger, der Geschäftsbereichsleiter Arbeit. Im Zusammenhang mit den Entwicklungen beim Germersheimer Möbelhersteller seien kurzfristig etwa zehn bis 15 Prozent der Mitarbeiter mit Behinderung ohne Beschäftigung gewesen. Insgesamt seien rund 100 Mitarbeiter mit Behinderung in diesem Zweig der Lebenshilfe tätig, ebenso mehrere Produktionsmitarbeiter. „Für die Südpfalzwerkstatt wäre es gut, wenn die Geschäfte bei der Firma Nolte weiterlaufen“, sagt Bereichsleiter Heger.
Die Südpfalzwerkstätten sind für die Firma Nolte in unterschiedlichsten Segmenten tätig. „Seit Jahren liefern wir täglich Griffleisten und Führungsschienen für Schiebetürenschränke in deren täglichen Versand.“ Die Arbeiten der Firma Nolte seien insbesondere für Menschen mit starker Beeinträchtigung wichtig. Hier gehe es beispielsweise auch um hochwertige Montagesets. Darüber hinaus dienten die Arbeiten als Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitsplätze außerhalb der Südpfalzwerkstatt.
Mehrere Standbeine
Für die Südpfalzwerkstatt ist es wichtig, dass sie mehrere Standbeine hat. Die Bandbreite der Werkstatt-Dienstleistungen sei groß, sagt Martin Heger. Sie reicht von der Metallverarbeitung über Verpackungsaufträge für den Automotive-Bereich und Montagearbeiten für die Elektroindustrie bis hin zu Nähereiarbeiten und Landschaftspflege. Zudem setze man verstärkt auch auf eigene Produkte und das Automobilzubehör-Sortiment der Eigenmarke „max4car“. „Mit den eigenen Produktlinien erzielt die Südpfalzwerkstatt nahezu 50 Prozent ihres Umsatzes im Produktionsbereich.“
Die Südpfalzwerkstatt ist nach Angaben der Lebenshilfe eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). In fünf Werken an drei Standorten – drei Werke sind in Offenbach und je eines befindet sich in Herxheim und Wörth – ermöglicht sie rund 820 Mitarbeitern mit Behinderungen unterschiedlicher Art und Schwere die Teilhabe am Arbeitsleben.