Kreis Südliche Weinstraße Ein Tafel-Ableger

Unter Federführung von Barbara Später, der Vorsitzenden des Gemeinde-Caritasverbands in der Pfarrei St. Josef, sorgen fleißige Helfer für den Aufbau der Regale, stellen die Ausgabetische auf, richten die Kühlschränke. Die 69-jährige Später ist ein Energiebündel und Organisationstalent. Seit ihrem 17. Lebensjahr wirkt sie in der ehrenamtlichen Arbeit ihrer Kirchengemeinde mit, leitet seit vielen Jahren die Sternsingeraktion, hat verschiedene Fördervereine gegründet und setzte sich maßgebend auch für die Gründung der „Tafel“ in Bad Bergzabern ein. Dort werden keine Mahlzeiten ausgegeben, sondern Lebensmittel angeboten. Aus Annweiler nutzen 66 Personen diese Gelegenheit, sich mit Grundnahrungsmitteln versorgen zu können. Später war dagegen, eine eigene Tafel zu gründen, erklärte sich aber einverstanden, die Organisation einer Außenstelle zu übernehmen, falls ein geeigneter Raum zur Verfügung steht. Da kam das frei gewordene Vereinsheim in der Friedrich-Ebert-Straße gerade zur rechten Zeit. Die städtische Wohnungsbau GmbH als Eigentümer stellt den Raum gegen eine geringe Monatsmiete zur Verfügung. Strom, Wasser, Heizung aber werden voll in Rechnung gestellt. Um die laufenden Kosten decken zu können, ist der Verein auf Geldspenden angewiesen und hat dafür schon einige Sponsoren gefunden. Später betont, dass alle Sach- und Geldspenden an die Tafel gehen. Die Anlieferung der gespendeten Waren erfolgt mit einem Leihfahrzeug. Jeweils dienstags holen die Helfer bei der Tafel in Bad Bergzabern die Lieferung ab. In Annweiler wird sie entgegengenommen und eingeräumt. Jeder der rund 50 freiwilligen Helfer ist etwa ein Mal in vier Wochen an der Reihe. Mittwochs ist in Annweiler Ausgabetag vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Das muss geordnet vor sich gehen, um Missbräuche zu unterbinden. Die Bedürftigen sind alle registriert und verfügen über einen Berechtigungsausweis. Wer neu dazu kommen will, muss zuvor an den Freundeskreis einen Antrag stellen und seine Einkommensverhältnisse offen legen. Ausgenommen davon sind Flüchtlinge. Den vorgesehenen Ablauf umreißt Später so: Wenn man hereinkommt, legt man zuerst seinen Berechtigungsausweis vor und wird auf der Liste abgehakt. Zwischen den Regalen mit den Auslagen dürfen sich immer nur drei bis vier Personen aufhalten. Die Lebensmittel dürfen nicht angefasst werden. Am Tresen teilen die Bedürftigen den Helfern mit, was sie aus den Nahrungsmitteln ausgesucht haben. Sie dürfen auch in die Kühlschränke sehen. Die Mitarbeiter achten darauf, dass angemessene Mengen und abwechslungsreiche Waren mitgenommen werden. Pro Person wird als Beitrag 1,50 Euro erhoben, von Familien 3 Euro. Die Ausweise tragen verschiedene Farben. Die Reihenfolge der Farben wechselt wöchentlich, damit jeder die Chance hat, einmal Erster zu sein.