Kreis Südliche Weinstraße Ein Stück Rasen für 500 Euro

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„Gut Ding will Weile haben.“ Dieses alte Sprichwort skizziert sehr treffend, wie es jahrelang um das Projekt der SpVgg 1920 Bad Bergzabern „Umwandlung des stadteigenen Tennenplatzes in ein Rasenspielfeld“ bestellt war. Ein großer Traum wird endlich Wirklichkeit. Wenn alles nach Plan läuft, wird in der Schlussphase der laufenden Saison der Ball auf dem neuen Rasen rollen.

Die Vorarbeiten sind extrem zeitaufwendig und zehren an den Nerven der Verantwortlichen. Davon können der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Alexander Burhardt, und der kaufmännische Vorsitzende, Matthias Helmert, ein Lied singen. Können wir finanziell das Projekt stemmen? Ziehen die Geldgeber mit? Fragen über Fragen, die letztlich bei der Führung der Spielvereinigung zu einer Entscheidung geführt haben. Rund 320 Mitglieder zählt der Verein, der zwei Herren-Mannschaften sowie einem Frauen-Team und mehr als 100 Jugendlichen in sieben Mannschaften die Möglichkeit zum Fußballspielen bietet. Erste Überlegungen, den Hartplatz, für den der Verein das Nutzungsrecht von der Stadt eingeräumt bekommen hat, in einen Rasenplatz umzuwandeln, liegen bereits mehr als zehn Jahre zurück. Doch damals verlief das Vorhaben buchstäblich im Sand, da Zuschüsse nicht erkennbar waren. 2010 startete die Spielvereinigung mit einem Schreiben an die Stadt, in dem auf den schlechten Zustand des Tennenplatzes hingewiesen wurde, einen neuen Anlauf. Der Spielbetrieb sei aktuell in Gefahr, bestätigten Burhardt und Helmert, da in absehbarer Zeit die Nutzung des Tennenplatzes fast unmöglich sei, da er sich in einem gesundheitsgefährdenden Zustand befände. Die SpVgg führte an, dass der Belag völlig abgetragen sei, vermehrt Steine an die Oberfläche treten. Es sei also dringend notwendig, dass der Platz sehr zeitnah erneuert werde, erzählt Burhardt. Der Verein habe schließlich vor der Entscheidung gestanden: Rasen oder Kunstrasen? Wunschtraum vieler Ballsportler ist ein allwettertauglicher Kunstrasenplatz. Diesen Wunschtraum musste sich die Spielvereinigung sehr schnell abschminken. Investitionen von rund 350.000 Euro waren vom Verein nicht zu stemmen. Auf kurze Sicht war nicht mit Mitteln aus dem goldenen Plan zu rechnen, und die Stadt sah aufgrund ihrer schlechten Finanzsituation keine Möglichkeit für die Förderung. So fiel schnell die Entscheidung für einen Naturrasen, dessen Kosten zwischen 89.000 und 100.000 Euro liegen. Die Kosten für eine Sanierung des bestehenden Hartplatzes hätten sich auf rund 120.000 Euro belaufen. Ende 2012 schloss der Verein mit der Stadt einen neuen Nutzungsvertrag mit einer Laufzeit bis 2046 ab. Am 9. Juli dieses Jahres wurde der erste Spatenstich gefeiert. „Damit konnten wir uns endlich von einem Platz verabschieden, der von unseren Spielern und Gästen oft als unzumutbar bezeichnet wurde“, betont Burhardt. Inzwischen hat sich auf dem Areal einiges getan. Die Firma Hege aus dem elsässischen Steinseltz hat die Erdarbeiten sowie die Ansaat des Sportrasensaatguts vorgenommen. Für die Sanierung der vorhandenen Bewässerungsanlage hat die Stadt einen Zuschuss von 15.000 Euro bewilligt. Vorhanden ist eine Flutlichtanlage. 21.000 Euro hat der Sportbund für den neuen Platz angewiesen. Die Sparkasse SÜW und die VR Bank SÜW haben sich mit jeweils 1500 Euro beteiligt. 2000 Euro kamen von der Dietmar-Hopp-Stiftung. Rund 15.000 Euro hat der Verein an Eigenleistungen eingeplant. Neben einem Darlehen ist der Verein bei seinem Rasenplatz-Projekt auf Spenden angewiesen. So können Firmen und Privatleute die Patenschaft über ein Stück Rasen als Bausteine zwischen 100 und 500 Euro übernehmen. Prominenteste Spender sind der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger und Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig, die aus ihrer Privatschatulle die Kosten für die beiden Tore von jeweils 500 Euro übernommen haben. Der Parzellen- und Lageplan ist auf einer Sponsorentafel im Sportheim angebracht und auf der Homepage des Vereins veröffentlicht. 6000 Euro kamen bislang in die Vereinskasse. Daneben hat die SpVgg ein Spendenbarometer eingerichtet, auf dem auch Spenden bis 100 Euro registriert sind. Aktuell steht dieses bei 5575 Euro. „Alle, denen der Fußball am Herzen liegt, sollten die Aktion, die vor allem der Zukunft der Jugend dient, unterstützen“, sagen Burhardt und Helmert. Info www.spvgg-bza.de

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