Kommentar
Ein Schlag ins Gesicht
Wer auf dem Land und vielleicht auch noch in der Nähe eines Waldes lebt, muss damit rechnen, dass sich auch mal ein Wildtier wie ein Fuchs oder Dachs in den heimischen Garten verirren kann. Keine Frage. Aber ist es nicht etwas grundsätzlich anderes, wenn direkt nebenan auf dem Nachbargrundstück – und noch dazu innerhalb eines Dorfes – eine ganze Fuchsfamilie lebt, die von Jahr zu Jahr für immer neuen Nachwuchs sorgt? Die betroffene Nachbarin ist zurecht fassungslos, wütend und enttäuscht über die Antwort der Kreisverwaltung. Sie fühlt sich im Stich gelassen. Der Rat, sich mit „den neuen Siedlungsbewohnern“ anzufreunden, wirkt dabei wie ein Schlag ins Gesicht für die verzweifelten Nachbarn, die schon so lange Zeit unter der Situation leiden. Die sogar fürchten, dass die Tiere eine ansteckende Hautkrankheit haben. Schließlich sollen auch Hundehalter und kleine Kinder in dem Gebiet leben. Wie sollen die betroffenen Anwohner einen „sinnvollen Umgang“ mit diesen Wildtieren in ihrer Nachbarschaft finden, wenn sich diese stetig vermehren? Wenn sie regelmäßig die Hinterlassenschaften der ungebetenen Gäste beseitigen müssen? Und wenn sie sich in ihrem eigenen Zuhause in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen?
