Kreis Südliche Weinstraße Ein Leben für die Natur

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SÜDPFALZ. Sein ganzes Leben lang beschäftigt sich der Landauer Joachim Zech mit der Natur. 38 Jahre hat der 81-jährige als Obst- und Gartenbauberater für das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium gearbeitet. Er entwickelte das Marketing-Konzept „Aroma-Obst“, das in 900 Obstbaubetrieben in Rheinland-Pfalz für heimische Produkte wirbt. Auch der „Apfelprobiersonntag“ ist seine Erfindung.

Für die Landwirtschaftskammer war er über drei Jahrzehnte in der Gehilfen- und Meisterausbildung auf dem Sektor Obstbau- und Baumschule tätig. In Fachvorträgen und Baumschnittseminaren vermittelt er die Kunst des richtigen Baumschneidens auch Hobbygärtnern. Auch Diavorträge und Vogelstimmenwanderungen wird er weiterhin anbieten. Elf Garten- und Naturbücher hat er auf den Markt gebracht. Joachim Zech blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1935 in Magdeburg geboren, verlor er recht früh seine Mutter. Sein Vater machte sich 1952 auf den Weg in den Westen. Joachim und sein jüngerer Bruder blieben zurück bei der Oma. Der Vater in der Bundesrepublik, da rückten auch die Zechs in den Fokus der Staatssicherheit. So fassten er und sein Bruder im Sommer 1953 einen für ihr Alter fast unfassbaren Entschluss. Mit dem Fahrrad und einigen für sie wichtigen Habseligkeiten im Gepäck wollten sie nach Westberlin und dann weiter zum Vater. An der nicht zuletzt durch Agentenaustausch berühmt gewordenen Glieniker Brücke zwischen Berlin und Potsdam wurden sie von einem russischen Posten aufgehalten. Alles schien verloren, doch Joachims Russischkenntnisse reichten aus, um den Soldaten zu überzeugen, dass sie doch nur zu ihrem Vater wollten. Der Soldat winkte sie durch und der Weg in die Freiheit war geebnet. Im Durchgangslager im südhessischen Hessenaue trafen die Brüder dann ihren Vater wieder. Drei Jahre lang erlernte Zech den Beruf des Baumschulgärtners, bildete sich weiter zum Baumschulgehilfen und startete schließlich sein Studium, das ihn zum Gartenbauingenieur werden ließ. Zech war Vorreiter, als es um die Einführung von Kiwis in Deutschland ging. Auch Najis, eine chinesisch-japanische Birnenart, hat er in unseren Gefilden heimisch werden lassen. Letztere importierte er 1985 aus Kalifornien und baute sie hier an. Seit vier Jahren gibt es auf seiner kleinen Versuchsanlage „Indianerbananen“. Die aus Nordamerika stammende „Dreilappige Papau“, wie sie wissenschaftlich korrekt heißt, hat äußerlich nichts mit Bananen zu tun. Ihren deutschen Namen verdankt sie dem Geschmack. Zech ist aber weit mehr als ein Kenner für Obstbäume. Auch als Vogelschützer hat er sich einen Namen gemacht. Spektakulär eine von ihm im Jahr 1974 organisierte Schwalbenrettungsaktion, als er zusammen mit Hunderten Naturschützern über 70.000 Schwalben mit zwei Flugzeugen und mehreren Lastwagen des THW nach Südfrankreich evakuierte und so vor dem Kälte- und Hungertod bewahrte. Für seine Naturschutzarbeit erhielt er neben vielen Umweltschutzpreisen auch den „Goldenen Nistkasten“ des Bezirksverbandes Pfalz. Geradezu innovativ ist sein „Trojanisches Schaf“. In das Modell eines Tieres auf Rädern, umhüllt mit echten Fellen und mit einem täuschend echten Kopf versehen, schlüpft er hinein, um ganz nah an Tiere heranzukommen und so immer wieder beeindruckende Schnappschüsse zu erhaschen, die sich zahlreich in seinen Büchern wiederfinden. So konnte er auch bei bundesweiten Naturfotowettbewerben mehrere erste Preise einheimsen.

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