Kreis Südliche Weinstraße Ein Fest mit großer Familientradition
Ein fester Bestandteil im Jahreskalender der Region ist das Fröhliche Kunterbunt an der Schlosshalle in Bad Bergzabern. Zum mittlerweile 47. Fest luden am Wochenende die Katholische Pfarrei St. Martin und der Aktionskreis Fröhliches Kunterbunt ein.
Ungezählte freiwillige Helfer sorgten für ein Potpourri der guten Laune. Die Kinder und Jugendlichen konnten sich austoben auf drei Hüpfburgen, die vor dem Schloss rege genutzt wurden. Die Messdiener der Pfarrei luden ein zu einigen, ganz schön verzwickten Geduldsspielen. Elias und Dylan (beide 10 Jahre) bewachen den Sandkasten. Sie erklären lachend: „Bei uns werden sie reich. Sie müssen nur mit Schaufel und Sieb die „Juwelen“ aus dem Sand holen und können damit Punkte sammeln. Dann können sie sich einen Kugelschreiber oder etwas Ähnliches aussuchen.“ Nebenan teilen sich die 14-jährige Charlotte und Mara (10) die Abteilung Korkenangeln und Jonathan (18) mit Kumpel Sascha (10) passen beim Spiel „Heißer Draht“ auf. Neu und begehrt sind die Einkaufstaschen aus Jute, von jungen Menschen in Togo während einem Näh-Projekt erstellt. Ursula Armendinger macht auf das Angebot aufmerksam: „Da sind so viele Dinge wie Kaffee, Tee, handgearbeitete Musikinstrumente oder die Taschen. Ein vielfältiges Angebot aus Afrika, das sich immer mehr in das Bewusstsein der Menschen hier festsetzt. Es gibt viele Anfragen und große Aufmerksamkeit bezüglich der Waren.“ Im Jahr 2015, so der erste Vorsitzende des FKB, Hans Erich Klein, 15.000 Euro an die Missionarsstation in Togo zum Bau einer Krankenstation und eines Brunnen überwiesen werden. Die gleiche Summe ging an die Indienhilfe von Pater Franklin. Das Geld wurde unter anderem zum Bau einer Markthalle investiert, in der 50 Frauen ihre landwirtschaftlichen Produkte zum Verkauf anbieten können. Und 15.000 Euro wurden investiert für das Projekt der Bad Bergzabernerin Beate Kästle Silva, und zwar für die Renovierung eines Sportgeländes im Nordosten von Brasilien. Hans Erich Klein erzählt: „Im Sommer 2015 wurde die ganze Weizenernte der Indienhilfe durch einen Brand vernichtet. Durch Spenden in Höhe von 4000 Euro konnte die sofortige Versorgung der Kinder in den Heimen und Schulen mit Lebensmitteln gesichert werden. Es gibt immer etwas zu tun in Togo, Brasilien und Indien. Und das Fest einmal im Jahr zeigt, wie wichtig Hilfe ist.“ Viktoria Roslych (28) kommt gerade vom Fest. Ihre Tochter, die fast dreijährige Tochter Melissa, hüpft hinterher und schleckt an ihrem Schlumpf-Eis: „Wir kommen heute Mittag nochmal hierher mit dem Papa. Der muss im Moment noch arbeiten. Das FKB ist immer eine tolle Sache. Wir freuen uns jedes Jahr, wenn es wieder soweit ist.“ Und die Familie Wilker aus Bad Bergzabern hat sich extra zum Essen beim Fröhlichen Kunterbunt getroffen. Enkeltochter Rachel, vier Jahre jung, darf nochmal eine Runde durch die Hüpfburg jagen, danach müssen die Eltern heim. Alle sind sich einig: „Das Fest ist schon Familientradition. Man trifft viele Leute, erzählt, lacht. Das Essen ist gut und für die Kinder wird was geboten. Es macht einfach Spaß hier.“ Info Seit 1969 gibt es das Fröhliche Kunterbunt schon. Informationen beim Aktionskreis Fröhliches Kunterbunt e.V. , Hans Erich Klein, Neubergstraße 20, 76889 Bad Bergzabern, Telefon 06343-2266. Oder www.fkb-bza.de. (alve)