Kreis Südliche Weinstraße Edle Karossen zum Maifest-Auftakt

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Das war einmal ein Novum. Die Besucher, die die Eröffnung des Maifests auf dem Marktplatz in Maikammer verfolgten, brauchten sich nur umzudrehen. Dann konnten sie die Oldtimer anschauen, die bei der zweiten „Pamina Classic“ durch den Ort rollten.

Sportlich war der Auftakt des Maifests in jeder Hinsicht. Denn der ehemalige Profifußballspieler und U21-Nationalspieler Benjamin Auer, der in Maikammer wohnt, stach das Fass mit dem Festwein an. Er hatte vorausschauend die Umstehenden gewarnt: „Es wird gleich heftig spritzen.“ Gut, nass wurde niemand, aber ein ordentlicher Schutt des edlen Weins ging doch verloren. Glücklicherweise hielt Maikammers Beigeordneter Klaus Humm rasch den Krug unter die Fassöffnung. Bevor sich Auer als Fassanstecher betätigen durfte, stellte er sich einem Interview mit Ortsbürgermeister Karl Schäfer. Zu erfahren war, dass Auer, „als Junge schwärmte ich natürlich für Stefan Kuntz und Bruno Labbadia“, seine Karriere beim ASV Landau begonnen hat, über den FSV Offenbach schließlich in der Jugendmannschaft des 1. FCK gelandet ist. Weitere Stationen waren Karlsruhe, Mönchengladbach, Mainz, Bochum, wieder Kaiserslautern und am Ende Alemannia Aachen. Vor drei Jahren habe er die Fußballschuhe an den Nagel gehängt, um sie im Februar – auf dringenden Wunsch des Präsidenten des FK Pirmasens, „ein guter Freund von mir“, wieder auszupacken. Noch am Mittwochabend war er im Einsatz. Mit Erfolg: „Wir haben den Südwest-Verbandspokal gewonnen.“ Allerdings habe er sich verletzt und „damit ist nun wohl endgültig Schluss mit dem Fußball. Mit 34 reicht es ja auch“, ergänzte Auer. Nein, das Fußballerleben sei nicht immer leicht, räumte der ehemalige U21-Nationalspieler ein. „Eine Woche bist du der Held und eine Woche bist du am Boden.“ Er gab aber zu, tolle Profijahre erlebt zu haben, er sei weit herumgekommen und habe viel gesehen. Hier in Maikammer fühlten sich seine Familie und er sehr wohl, betonte er. Auer ist Diplom-Fitnessökonom und hat drei Fitnessstudios; vielleicht, meinte Schäfer lachend, werde er ja hier ein viertes eröffnen. Weinprinzessin Patricia, die selbst Fußball spielt und mit der Weltfußballerin Nadine Keßler – 2011 Ehrengast beim Maifest – in Wolfsburg zusammentraf, begrüßte Benjamin Auer und die Besucher. Sie wies auf die Attraktionen des Fests hin, vor allem aber auf die neue historische Ortsführung am Morgen und die „Sellemols-Parade“ am Abend des Samstags. Für passende Musik sorgte der Musikverein Diedesfeld. Kaum hatten die Besucher an ihrem Glas Festwein genippt, als auch schon im Hintergrund die ersten Oldtimer heranknatterten. Den Auftakt bildete das älteste Fahrzeug der „Pamina Classic“: ein Chevrolet Six, Baujahr 1929. Das Auto sei in Südafrika gebaut worden und noch im Originalzustand, erläuterte der Moderator. Stark vertreten waren englische Marken. Heute werde Großbritannien nicht mehr in einem Atemzug mit Autobau genannt. Das sei in den Anfangszeiten des Autos anders gewesen, sagte der Moderator und stellte den Austin 7 vor. Der giftgrüne Oldie, Baujahr 1936, weist 13 PS auf. Lediglich 290.000 Exemplare seien davon hergestellt worden. Etliche wunderbare Autos, darunter welche der Marken Horch, BMW, Mercedes, Volvo oder Fiat, schickte der AC Maikammer als Veranstalter der Pamina Classic auf die Strecke. Das Ziel der dreitägigen Rundfahrt ist heute Abend Burrweiler. (giw)

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