Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Edesheim: Bahnprobleme dauern wegen Wartungsarbeiten an Zügen an

Am Bahnhof in Edesheim kommt es offenbar derzeit häufiger vor, dass Züge derart überfüllt sind, dass nicht alle Fahrgäste zustei
Am Bahnhof in Edesheim kommt es offenbar derzeit häufiger vor, dass Züge derart überfüllt sind, dass nicht alle Fahrgäste zusteigen können. Foto: van

Wer von Edesheim mit dem Zug nach Landau fahren möchte, der könnte derzeit Probleme bekommen – besonders morgens. Weil für die Strecke eingesetzte Züge gewartet werden, fahren manche Maschinen nur mit einem Waggon. Ist nun Besserung in Sicht?

Es ist ja inzwischen zum Volkssport geworden, sich über die Deutsche Bahn lustig zu machen, wobei das meistens Galgenhumor ist. Den brauchen seit mehreren Wochen auch einige Südpfälzer, die am Bahnhof Edesheim zusteigen möchten. Weil derzeit für die Strecke zwischen Neustadt und Karlsruhe eingesetzte Züge gewartet werden, sind manche nur mit einem Waggon unterwegs. Deshalb kann es besonders in den Morgenstunden vorkommen, dass Züge derart überfüllt sind, dass manche Kunden aus Platzmangel nicht mehr einsteigen können.

So ist es in den vergangenen Wochen jedenfalls mehrfach der zehnjährigen Tochter von Dirk Wecke aus Edesheim ergangen, wie dieser erklärte. Sie besucht ein Landauer Gymnasium und fährt jeden Morgen mit dem Zug in die Stadt – wenn das eben möglich ist. Bereits Anfang November hatte die RHEINPFALZ über die Probleme von Weckes Tochter und anderer Schüler mit der Bahn in Edesheim berichtet. Wecke hatte damals das gesagt: „Wenn der Zug voll ist, bleiben die Kleinsten auf der Strecke.“ Weckes Tochter hatte mehrfach die erste Stunde des Unterrichts verpasst, weil der Zug um 7.30 Uhr entweder so voll war, dass sie nicht mehr einsteigen konnte, oder dieser erst gar nicht kam. Hat sich die Situation inzwischen gebessert?

Bundestagsabgeordneter schreibt Brief

„Nein“, sagte Wecke im Gespräch mit der RHEINPFALZ am Mittwochabend. Erst am vergangenen Montagmorgen sei wieder ein Zug ausgefallen. Seine Tochter habe an diesem Tag pünktlich in Landau sein wollen, weil ein Ausflug mit der Klasse geplant war. „Das war dann richtig stressig“, sagte ihr Vater. Nach der Berichterstattung in dieser Zeitung Anfang November sei er von vielen Eltern, deren Kinder ähnliche Probleme hätten, angesprochen und angerufen worden. „Das Telefon stand gar nicht mehr still“, so Wecke.

In der Zwischenzeit hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler eingeschaltet und sich mit einem Schreiben an die Deutsche Bahn gewandt. Darin heißt es: Eltern als auch Berufspendler beklagten die Situation, „die die öffentlichen Verkehrsmittel im Sinne der Nachhaltigkeit dem eigenen Pkw vorziehen, um vom Wohn- zum Arbeitsort zu gelangen“. Hitschler appelliert an das Unternehmen: „Wenn die klimafreundliche Mobilitätswende und entsprechend eine echte Verlagerung vom Auto auf die Schiene gelingen soll, sind verlässliche Nahverkehrsangebote unbedingt erforderlich.“

Bahn entschuldigt sich bei Kunden

Die Bahn hatte Anfang November auf Anfrage erklärt, das Problem so schnell wie möglich lösen zu wollen. Ist nun Besserung in Sicht? Eine Nachfrage bei der Bahn. „Leider kommt es aufgrund von umfassenden Wartungsarbeiten an einzelnen, dort eingesetzten Zügen zu einer gelegentlichen Reduzierung der Zugteile. Hierfür bitten wir unsere Kunden um Entschuldigung“, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Das Fahrzeugmanagement kümmere sich mit Hochdruck darum, die Situation für alle Reisenden auf der Strecke möglichst schnell zu verbessern. Wann die Wartungsarbeiten abgeschlossen sein werden, ist noch unklar.

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