SÜW
Edenkobener Verein finanziert Headsets für Gästeführer
Die IG hatte sich an die RHEINPFALZ gewandt mit dem Hinweis, dass sie bei Gästeführungen auf Kopfhörer setzen möchte. Nicht nur in Corona-Zeiten, in denen Teilnehmern Wissenswertes trotz der Masken- und Abstandsregelungen uneingeschränkt vermittelt werden soll. Generell kämen die Geräte Menschen mit verminderten Hörvermögen zugute. Eine Eigenfinanzierung war für die IG allerdings nicht möglich. Da sie nicht als Verein auftritt, konnte sie auch keine Spenden akquirieren.
„Wollen der Stadt etwas zurückgeben“
Jürgen Roth hatte den Bericht in der RHEINPFALZ gelesen. Das hat ihn und seine Mitstreiter vom Edenkobener Verein Rock am Friedensdenkmal dazu bewogen, die IG finanziell zu unterstützen. Die Gruppe ist in der Stadt für ihre zweitägigen Konzerte bekannt, die zuletzt aber coronabedingt abgesagt wurden. „Dadurch, dass wir jedes Jahr die Musikveranstaltung mit mehr als 2000 Besuchern am Friedensdenkmal durchführen können, sehen wir es als unsere Aufgabe an, der Stadt etwas zurückzugeben.“ Schließlich würde der Verein von zahlreichen Ehrenamtlichen dabei unterstützt, das seit 2008 bestehende Programm Jahr für Jahr auf die Beine zu stellen. Außerdem stoße die Veranstaltung vor allem wegen des Lärms nicht bei allen Edenkobener auf Begeisterung.
Ihre Spenden sollen dem Sport und der Kultur der Stadt zugutekommen, sagt Roth. Er kenne die Gästeführer, wisse ihre Arbeit zu schätzen, weshalb sich im Verein darauf verständigt wurde, ihnen zu helfen. Die Stadt, die von der IG um Unterstützung gebeten worden war, gatte von einer Finanzspritze abgesehen, unter anderem wegen der finanziellen Lage der Kommune.
Kosten in Höhe von rund 3000 Euro
Der Sponsor hat aber am Ende mehr investiert als gedacht. IG-Vorsitzende Martina Roth, die zufälligerweise den selben Nachnamen wie Jürgen Roth hat, hatte ursprünglich mit Kosten in Höhe von 2500 Euro gerechnet. Zusammen mit einer EU-Förderung in derselben Höhe, die für solche barriereabbauenden Projekten beantragt werden kann, sollten die Geräte angeschafft werden. „Allerdings war es zu spät, die Zuschüsse zu beantragen“, erzählt Martina Roth. Im Gespräch mit der Firma wurde der IG aber neuwertige, teils gebrauchte Ware angeboten für rund 3000 Euro.
Die Kopfhörer können bei Rundgängen mit bis zu 25 Teilnehmern genutzt werden, fünf davon sind speziell für hörgeschädigte Personen gedacht. Sie sollen von Edenkobener Gästeführern eingesetzt werden, dabei unter anderem auch im Museum für Weinbau und Stadtgeschichte, was für Besucher mehr Unabhängigkeit schafft.